Ab Juli: Poststelle Kleinenglis vor dem Aus

Noch gibt es hier Briefmarken: Ortsvorsteher Werner Krell in der Poststelle, die Ursula Reder mit ihrem Mann Herbert in Kleinenglis betreibt. Foto: Dellit

Kleinenglis. Werner Krell, Ortsvorsteher von Kleinenglis, hat die Gründung einer Genossenschaft für einen Lebensmittelladen auf den Weg gebracht. Die Chancen stehen gut, dass es klappt. „Und dann bekommt man hier Knüppel zwischen die Beine geworfen“, sagt er und meint die Deutsche Post.

Die will nämlich die Poststelle in Kleinenglis, die das Ehepaar Reder (Elektro-Döring) betreibt, dichtmachen. Ende Juni soll das umgesetzt werden, obwohl Reders weitergemacht hätten. Pakete und Einschreiben aufgeben, Briefmarken kaufen und vieles mehr kann man im Laden.

Post bestätigt Pläne

Die Post bestätigte die Schließungspläne auf Anfrage der HNA. Die Poststelle in Kleinenglis werde nur von sehr wenigen Kunden genutzt, sagte Post-Pressesprecher Thomas Kutsch, und trage sich wirtschaftlich daher nicht.

Ortsvorsteher Krell sagt, die Kosten für die Post seien überschaubar. Sie müsse nicht fürs Personal zahlen, für die Post-Geräte zahlten Reders sogar Miete. Die Post ihrerseits weist darauf hin, dass die Betreiber der Poststelle eine Vergütung bekämen, die sich aus einem Fixum und einer Art Provision zusammen setze. Mehr Kunden, so der Postsprecher, hätten die Existenz der Poststelle sichern können.

Ortsvorsteher Krell hatte schon einmal Ärger mit der Post. Damals ging es um die Leerungszeiten der Briefkästen um 10 Uhr. Mehrere heimische Betriebe müssten aber später am Tag noch Post aufgeben. Ein Brief an die Post mit der Bitte, das zu ändern, sei mit zwei Seiten voller Floskeln beantwortet worden, so der Ortsvorsteher.

Und nun die geplante Schließung. „Mir gefällt der Umgang der Post mit ihrer Kundschaft nicht“, sagt Krell. Er hofft immer noch, dass sich die Post erweichen lässt.

Alternative: Postbote

Allerdings stehen die Chancen dafür offenbar nicht gut. „Die Kunden haben mit den Füßen abgestimmt“, begründet das Postsprecher Kutsch. Die Postboten könnten einige der Dienstleistungen übernehmen, als „mobiler Postservice“, wie es offiziell heißt.

Außerdem sei es möglich, in Kleinenglis einen Verkaufspunkt der Post einzurichten. Dort könnte man Briefmarken, Packsets und ähnliches kaufen – aber keine Einschreiben oder Pakete aufgeben. Es wäre, wie Kutsch einräumt, ein „Minimalangebot“.

Die Entscheidung für Kleinenglis sei keineswegs Teil einer Schließungswelle, sagte Kutsch. Vielmehr würden die Poststellen regelmäßig überprüft.

Quelle: HNA

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