Junge Generation für alte Häuser begeistern

Im Mittelpunkt: Während das Cafe’ Alte Wache bereits im neuen Glanz erstrahlt, besteht beim Haus im Hintergrund noch deutlicher Sanierungsbedarf. Foto: Ulbrich

Wolfhagen. Den Nachwuchs für die Vergangenheit begeistern, oder genauer gesagt, die jüngere Generation für alte und oft denkmalgeschützte Häuser zu begeistern, ist eines der Ziele der Fachwerktriennale 12.

Dies sagte Prof. Manfred Gerner, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte bei der Auftaktveranstaltung in der Wolfhager Stadthalle.

Bei den Vorträgen von Experten hatten die geladenen Bürger, viele von ihnen Eigentümer von Fachwerkhäusern, die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich insbesondere über Perspektiven einer energetischen Sanierung zu informieren.

Diese bildeten einen Themenschwerpunkt der Vorträge. Prof. Gerner sagte unter anderem, dass je ein Drittel an Wärme in Fachwerkhäusern durch die Außenwände, die Leitungen der Heizungsanlage und den Kessel verloren gingen. Auch deshalb sei die Dämmung ein ganz wesentlicher Faktor bei einer Sanierung. Michael Joost vom Bauamt der Stadt Wolfhagen nannte die Einbindung der Behörden als weiteren wichtigen Aspekt.

Prof. Manfred Gerner

Als weitere Ziele der Veranstaltung nannte Gerner, dass aus dem Dialog ein Ergebnis entstehe, dass nicht nur die Fachleute, sondern die Bürger erreiche und mitnehme. Es gäbe viel Einsparpotenzial an Energie, welches den Bürgern nicht bewusst sei. Darüber hinaus gäbe es bereits sehr preiswerte und kleine Sanierungsmaßnahmen, wie etwa ein moderner Brennkessel, der gegenüber älteren Fabrikaten bis zu 40 Prozent Ersparnis bringen. Es ginge auch darum, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen, was man selber tun könne.

Situation nun verbessert

Damit spannte der Geschäftsführer den Bogen zu den Zielen und dem Stand Wolfhagens auf dem Weg zur „Energieeffizienten Stadt“. Nach dem die Entwicklung der Stadt nach dem Hessentag 1992 nicht glücklich gelaufen sei und viel Leerstand sowie Sanierungsbedarf vorhanden war, habe sich die Situation verbessert.

Wolfhagen habe, was den Anteil an erneuerbaren Energien anbetrifft, einen Vorsprung und es sei viel im Gange. Auch deshalb glaubt Gerner, dass Wolfhagen im Vergleich zu anderen Städten die Nase vorn haben werde.

Bei den Vorträgen wurden auch die Möglichkeiten energetischer Sanierungen denkmalgeschützter Häuser anhand von Beispielen aus Göttingen und Hann. Münden dargestellt. Christina Sager vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik aus Kassel brachte es mit einer Aussage auf den Punkt: „Es gilt, auf dem Weg zur Energieeffizienten Stadt lebenswerte und zukunftsfähige Strukturen zu entwickeln.“

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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