Listinger SPD erarbeitet Programm gegen Häuser-Leerstand

Junge kaufen Altes

Frank Trampedach

Listingen. Der Leerstand von Immobilien als Folge des demografischen Wandels beschäftigte jetzt die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Ober- und Niederlistingen. „Ausbildung, Studium und Arbeit verlangen heute ein Maximum an Flexibilität. Die Gesellschaft überaltert. Das führt unter dem Strich dazu, dass es junge Menschen in die Städte zieht und viele ältere Menschen allein zurück bleiben“, so der Oberlistinger Ortsvorsteher und Spitzenkandidat für den Ortsteil, Frank Trampedach.

Dies habe die Orte in der Gemeinde Breuna in den zurückliegenden zehn Jahren spürbar Einwohner gekostet und zu einer steigenden Zahl leerstehender Immobilien geführt.

Man müsse sich Gedanken machen, wie man die Dörfer auch in den kommenden Jahren attraktiv machen könne, ergänzte Gerhard Koch, SPD-Spitzenkandidat für den Niederlistinger Ortsbeirat. Die mögliche Teilnahme am Dorferneuerungsprogramm könne dabei „nur eine von mehreren Teilstücken aus einem ganzen Maßnahmenbündel“ sein.

Ein weiterer Anreiz sei das Anbieten von altersgerechtem Wohnen, zum Beispiel in einem Mehrgenerationenhaus sein. „Auf der anderen Seite müssen wir aber auch um den Zuzug junger Menschen und Familien werben. Hier halten wir die Förderung von Immobilienankäufen für eine denkbare Variante.“

Das Rad für eine konkrete Lösung brauche nicht neu erfunden zu werden - eine mögliche Antwort fand die SPD in Hiddenhausen bei Herford (20 000 Einwohner), erläuterte Ortsvereinsvorsitzender Henning Finis. Dort gibt es seit einigen Jahren ein Förderprogramm mit dem Titel „Jung kauft Alt“. Ziel ist, jungen Menschen und Familien Anreize für den Kauf älterer Immobilien zu geben.

In Anlehnung an das in der ostwestfälischen Gemeinde erprobte Programm beschloss der Ortsverein ein Förderprogramm, das in der nächsten Legislaturperiode über die parlamentarischen Gremien auf den Weg gebracht werden soll. (red/bic) Fotos: nh

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Quelle: HNA

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