89 junge Leute bestehen in Wolfhagen Abiturprüfung

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Geschafft: 89 Abiturienten freuten sich am Samstag über ihre Abschlusszeugnisse und stellten sich vor der Zeugnisübergabe stolz zum Gruppenfoto auf. Foto:s  zhf

Wolfhagen. Es lag ein Hauch Wehmut über der Abiturfeier der Wilhelm-Filchner-Schule, zumindest wenn es nach dem kommissarischen Schulleiter Ludger Brinkmann ging: „Alle Veränderungen haben eine gewisse Melancholie, wenn man Abschied nimmt von Gewohntem und aufbricht in ein neues Leben."

Und doch war es die Freude über das Erreichte, die am Samstagmittag in der Kulturhalle überwiegen sollte, wie schon an den Tagen zuvor während Abiball, Streich und all den kleinen und großen Partys zwischendurch.

Für Fachbereichsleiter Gunter Freiling war das allerdings ein klein wenig so, als würde der FC Bayern München die Meisterschaft gewinnen und anschließend kräftig feiern, ohne einen Pokal zu erhalten. „Ihr habt schon längst eure eigene Meisterschaft gewonnen, aber noch keinen Pokal beziehungsweise kein Abiturzeugnis erhalten.“ Eine terminliche Abfolge, die für den Pädagogen „schon ein wenig seltsam“ ist.

Das sollte sich schnell ändern, als die Filchner-Schüler endlich jenes Papier in Händen hielten, auf das sie all die Jahre hingearbeitet hatten und das ihnen nun im Namen der Schule, der Lehrer und des Landes Hessen die Reife bescheinigt. 93 hatten sich zum Abitur gemeldet, 89 von ihnen haben bestanden, und das mit einem beachtlichen Schulschnitt von 2,6. Mit ihren Zeugnissen in der Tasche begeben sich die Abgänger nun auf die nächste Etappe ihres Lebensweges, ob die nun direkt in Ausbildung oder Studium führt, zur Bundeswehr oder gar raus in die weite Welt, so wie für den Jahrgangsbesten Till Gumbel, der seine herausragende 1,1 lieber in New York als mit seinen Mitschülern in der Wolfhager Kulturhalle feierte.

In die Ferne zieht es auch Corinna Miriam Kratzke, mit einer 1,2 die beste junge Frau des Jahrgangs: „Ich will auf jeden Fall ins Ausland gehen, neue Sprachen und Kulturen kennenlernen und hoffentlich später in einem interessanten Job international tätig sein.“ Um ihr Ziel zu erreichen, plane sie ein kulturwissenschaftliches Studium an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.

Hauch von Wehmut

Um den Numerus Clausus muss sie sich glücklicherweise keine Gedanken mehr machen, dabei hat sie nach eigenen Angaben nicht immer zu den Besten gezählt: „Das hat sich in den letzten zwei Jahren so ergeben“, sagt die 19-Jährige bescheiden und freut sich auf das, was nun kommen mag, wie auch ihre Mitschüler, die vielleicht in ein paar Jahren zurückblicken auf ihre Zeit an der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule - dann ganz sicher mit einem Hauch Wehmut.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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