14-Jähriger bedrohte Hartwich von Unwerth und beschädigte sein Auto

Junge trat mit Wucht zu

Die Beule zeugt vom Vorfall: Hartwich von Unwerth mit seinem Fahrzeug, das ein Jugendlicher in der August-Vilmar-Straße mit Fußtritten beschädigt hat. Für den Schaden in Höhe von 1700 Euro will nun niemand aufkommen. Foto:  Brandau

Homberg. Erst hatte er geglaubt, dass der Junge ihn vor etwas warnen wolle oder in Not sei. Dass der 14-Jährige etwas ganz anderes im Sinn hatte, wurde Hartwich von Unwerth aus Homberg erst klar, als es schon zu spät war: Der Junge bedrohte ihn und trat die Tür seines Autos ein, berichtet er der HNA. Die Polizei Homberg bestätigte gestern den Vorfall.

Es ist bereits das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass ein Minderjähriger in Homberg polizeilich auffällt: Erst am Nikolaustag hatte ein anderer 14-Jähriger in einem Homberger Drogeriemarkt zwei Männer mit einem Messer teils schwer verletzt, als sie einer jungen Frau zur Hilfe eilten, die der Junge geschlagen hatte.

Hartwich von Unwerth war vorigen Freitag gegen 18.30 Uhr mit seinem Golf unterwegs, als der Junge auf die August-Vilmar-Straße trat und mit den Armen ruderte. „Ich dachte, er wolle mich auf etwas hinweisen“, sagt er. Dann merkte er, dass der Junge betrunken zu sein schien. Der Homberger reduzierte das Tempo und wollte an ihm vorbei fahren. Das war gerade geschafft, als der Jugendliche gegen das Auto trat. Von Unwerth hielt an und stieg aus.

„Hau mich doch aufs Maul!“

Der Homberger fragte, was das denn solle. „Da sprang er vor mich und rief ‘Hau’ mir doch eine aufs Maul‘ und ‘Ich trete Dir eine Beule ins Auto‘.“ Noch bevor sich der 49-Jährige versah, machte der Junge Ernst.

Er holte mit dem Fuß weit aus und trat mehrmals mit Wucht in die Beifahrertür. Der Schaden belaufe sich auf 1700 Euro, gibt Polizeisprecher Reinhard Giesa an.

Vier weitere junge Leute, die zu dem 14-Jährigen gehörten, standen am Straßenrand, zwei versuchten, den außer Rand und Band geratenen Jungen zurück zu halten und redeten auf ihn ein. Der habe unentwegt unflätiges Zeug geschrieen und ihm mit Sätzen wie „Ich steche Dich ab!“ gedroht, berichtet von Unwerth. Rein zufällig kam ein Polizist zu dieser Szene hinzu, die sich nahe der Homberger Polizeistation abspielte.

Der Beamte war auf dem Weg zum Dienst. Passanten hatten bereits dessen Kollegen informiert und einen Streifenwagen angefordert. Die Beamten nahm zwei Jugendliche mit auf die Wache, der mutmaßliche Täter flüchtete, wurde aber später ermittelt. Alle jungen Leute seien unter 18 Jahre alt, sagt Giesa.

Keiner will die Kosten tragen

Hartwich von Unwerth ging zwar unverletzt aus der Geschichte heraus. Was ihm aber bleibt, ist das Gefühl, nicht mehr sicher zu sein. Und die Frage, wer denn für den entstandenen Schaden am Auto aufkommt. Seine Vollkaskoversicherung, sicher. Die zahlt, verlangt aber einen Eigenanteil in Höhe von 650 Euro. Und stuft den Homberger zum neuen Versicherungsjahr hoch. Weder vom Jugendlichen noch von dessen Eltern sei Geld zu holen.

Damit kann sich der 49-Jährige schwer abfinden: „Als Opfer ist man tatsächlich doppelt gestraft“, sagt er: „Erst bin ich bedroht worden, jetzt bleibe ich auf den Kosten sitzen.“ SIEHE WEITERE ARTIKEL

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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