Jungköchin auf dem Weg an die Spitze

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Nicht nur dem Gaumen, auch den Augen sollen die Gerichte gefallen: Küchenchefin Hannelore Mayer-Stahl (im Hintergrund) ist stolz auf die von ihr ausgebildete Jungköchin Xenia Keppler.

Hesserode/Wallenstein. Das Vergnügen am Kochen hat Xenia Keppler erst während Praktika in der Zeit an der Fachoberschule entdeckt. Nun kocht sie um die Qualifizierung zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Jungköche.

Während der Ausbildung zur Köchin im Rosenhof in Hesserode hat nicht nur sie ihr Talent erkannt, sondern auch Küchenchefin Hannelore Mayer-Stahl und ihr Berufsschullehrer.

Bei der Jugendbezirksmeisterschaft Nordost-Hessen war die 20-Jährige aus Knüllwald-Wallenstein unter sechs Mitstreitern nicht nur die einzige Frau, sondern auch die Beste.

Bei der Hessenmeisterschaft in Frankfurt musste sie sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Platz eins bekam eine junge Köchin vom Steigenberger Hotel in der Mainmetropole. Ein tolles Ergebnis, findet ihre Ausbilderin, denn der Rosenhof lasse sich mit der Küche des großen Hotels kaum vergleichen.

Dennoch ist Hannelore Mayer-Stahl zuversichtlich, dass ihre ehemalige Auszubildende und jetzige Jungköchin auch die nächste Hürde nimmt.

„Ich muss nicht lange überlegen, was man aus den Zutaten machen kann.“

Am 25. und 26. September treten nämlich die Erst- und die Zweitplatzierte in Wetzlar gegeneinander an. Wer gewinnt, nimmt an der Deutschen Meisterschaft auf dem Petersberg bei Bonn teil. Dort treffen sich im Oktober die Sieger der Bundesländer.

Das Procedere ähnelt sich bei allen Wettbewerben. Die Teilnehmer erhalten schriftlich einen fiktiven Warenkorb und müssen sich überlegen, was sie daraus zaubern. Vorgegeben sind ein Vier-Gänge-Menü und die Anzahl der Personen, meist zwischen acht und zwölf.

„Ich muss nicht lange überlegen, was man aus den Zutaten machen kann“, sagt Xenia Keppler und hofft, dass sie ihr Menü beim Wettbewerb auch kochen soll.

Fremde Küche

Am Tag der Entscheidung ist ohnehin alles anders als in der der gewohnten Küche, wo jeder Handgriff sitzt. „In Hesserode haben wir Gas, in Frankfurt haben wir auf Induktionsherden gekocht“, sagt die Jungköchin und gibt zu, dass ihr da tatsächlich etwas angebrannt ist. Damit möglichst wenig unter der Anspannung des Wettbewerbs schief geht, ist ein vorher gemachter exakter Zeitplan wichtig.

Gut für Kontakte

Trotz allen Stresses wie in Frankfurt sei so ein Wettbewerb auch gut für Kontakte. Und: „Es war ein tolles Miteinander, wir sind am Abend zusammen Essen gegangen.“

Aufs Zubereiten allein kommt es beim Wettbewerb freilich nicht allein an, auch die Optik wird von der Jury bewertet. Sie entscheidet über die Platzierung, während die Gäste – darunter die Chefs der Teilnehmer – sich die Gerichte munden lassen. Hannelore Mayer-Stahl: „Als ich mir die Teller angeschaut habe, wusste ich, welcher von Xenia ist.“

Nur ungern wird sie ihre Jungköchin ziehen lassen, doch die will beruflich weiterkommen. Ein Trost für die Küchenchefin des Rosenhofes: Sie hat mit Denise Zeller noch eine zweite Köchin, die wie Xenia im Sommer ihre Ausbildung beendet hat. Doch deren Teilnahme am Wettbewerb scheiterte an der Altersgrenze: Bei 22 Jahren ist Schluss.

Quelle: HNA

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