Nabu: Hilfe nur bei verletzten Tieren sinnvoll

Jungvögel nicht mit nach Hause nehmen

Dr. Wulf Rheinwald

Schwalm. Junge Vögel sollten nicht angefasst und auch nicht mitgenommen werden, dazu ruft der Schwalmstädter Vogelschutzbeauftragte Dr. Wulf Rheinwald im Namen des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen auf.

Im Mai werden viele Jungvögel flügge und unternehmen ihre ersten Flugversuche. Oft entdecken Spaziergänger junge Vögel im Gebüsch oder in der Wiese oder hören ihre herzzerreißenden Rufe.

„Die Jungvögel sind nicht von ihren Eltern verlassen und rufen nicht um Hilfe“, erklärt Nabu-Vorsitzender Gerhard Eppler. Mit ihren „Bettelruf“ nähmen die Tiere nur Kontakt zu ihren Eltern auf, um gefüttert zu werden. Nur wenn Jungvögel an gefährlichen Orten wie Straßen und Gehwegen sitzen, sollte man sie vorsichtig aufheben und ins nächste Gebüsch setzen.

Der Nabu Hessen bittet Naturfreunde darum, Jungvögel auf keinen Fall mit nach Hause zu nehmen, um sie zu pflegen. „Junge Vögel brauchen in der Regel keine Pflege und werden von ihren Eltern auch dann weiter versorgt, wenn sie schon am Ausfliegen sind“, so Eppler. Denn obwohl sie flügge werden, blieben sie noch einige Zeit in der Nähe des Nestes, wo sie von den Altvögeln versorgt würden. Die Bettelrufe hörten auf, wenn die Jungtiere richtig fliegen könnten und sich selbst versorgten. Wer Vögel in Obhut nehme, richte meist mehr Schaden als Nutzen an. Hilfe sei nur bei offensichtlich verletzten Jungvögeln sinnvoll. Solche Tiere sollten in fachmännische Pflege bei Vogel-Auffangstationen gegeben werden.

Eine große Gefahr für Jungvögel gehe von herumstreunenden Katzen aus. Der Nabu Hessen bittet Katzenbesitzer darum, während der Brutzeit Hauskatzen das Anpirschen an Jungvögel zu erschweren, beispielsweise durch das Umhängen eines Glöckchens. (syg)

Quelle: HNA

Kommentare