Neue Ideen sprudeln

Junkerhaus sorgt wieder für Diskussionen

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Freier Blick aufs Spangenberger Schloss und Kloster: Wo früher das alte und fast eingefallene Junkerhaus stand, türmen sich heute nur noch ein paar Balken und Steine. Die Stadt muss jetzt entscheiden, was aus dem Grundstück werden soll. Es gibt gleich mehrere Ideen und Projekte fürs Gelände in der Untergasse. Fotos:  Brandau

Spangenberg. Jahrzehntelang tat sich absolut nichts am Junkerhaus - aber jetzt sprudeln plötzlich neue Ideen für die Fläche, auf der das alte Gebäude bis zu seinem Abriss stand. Es gibt gleich zwei Interessenten, die das Gelände nutzen wollen - allerdings für zwei Projekte, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Neubau, Umbau, Freifläche?

Denn mit dem Spangenberger Ehepaar Slaby und dem Berliner Professor Jakob gibt es gleich zwei potenzielle Investoren, die das Gesicht der Innenstadt verändern und verbessern wollen, berichtet Bürgermeister Peter Tigges.

• Peter und Margit Slaby wollen das Junkerhaus rekonstruieren. Der sichtbare Vorderteil soll nach dem historischen Vorbild errichtet werden: Unten Steine, oben Fachwerk. Nach hinten, zum Kloster hin, würde ein moderner Anbau entstehen. Slabys hatten bis zum Ende gehofft, dass das alte Junkerhaus, das am Jahresanfang fiel, nicht komplett abgerissen werden müsste.

„Wir machen uns für den Erhalt der Altstadtsubstanz stark“ sagt. Nun will er es in historischer Manier als Alterssitz für sich und seine Frau wieder aufbauen, wenn auch nicht in der bisherigen Größe.

• Professor Dieter Jacob hat ebenfalls Interesse am Grundstück - er kommt allerdings im Wortsinn aus einer ganz anderen Richtung. Der Berliner ist Eigentümer der beiden Häuser Markt 6 und 7, die er renovieren lassen will. Im unteren Bereich des einen Hauses befindet sich die Post, sie soll auch dort bleiben, im anderen soll das ehemalige Café Staub saniert und wieder bewirtschaftet werden, in den oberen Etagen befinden sich Wohnungen. Das Gelände des Junkerhauses ist für Dieter Jacob insofern interessant, als dass früher die Gewerbebetriebe in den Häusern am Markt von den hinteren Eingängen beliefert wurden. Die Zufahrt ist für ihn nicht nur wichtig, sondern auch historisch dokumentiert: „Es gab schon immer einen wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen Junkerhaus und den Häusern am Markt,“ sagt Jacob.

• Und es gibt noch eine dritte Option: Die Stadt als Eigentümerin des Grundstücks könnte die Fläche einfach als Platz mit schöner Aussicht auf Schloss und Tal und als Zugang zum ehemaligen Kloster nutzen. Viele Nachbarn würden das begrüßen, sagt Bürgermeister Tigges.

Sollen renoviert werden: Die Häuser Markt 6 und 7 (die beiden linken Gebäude) erhalten demnächst ein neues Gesicht.

Zurzeit stehen also alle Wege offen. In welche Richtung die Reise aber gehen wird, steht noch nicht fest. „Jede Lösung ist gut“, sagt Bürgermeister Peter Tigges. „Alles ist besser als der katastrophale Zustand, den wir bislang hatten“ Es dauert aber noch, bisfeststeht, wie es weiter geht. Man müsse jetzt genau prüfen, welchen Weg sie einschlagen wollte: „Es geht immerhin um eine grundsätzliche Entscheidung - und dafür müssen wir uns auch Zeit nehmen“, sagt Tigges. „Wir werden die Sache keinesfalls übers Knie brechen.“ Die Spangenberger Stadtverordneten werden im Sommer darüber entscheiden..

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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