JVA Schwalmstadt: Insassen klopften wieder in der Nacht

Schwalmstadt. In der Nacht zu Sonntag haben Insassen der Justizvollzugsanstalt Ziegenhain wieder durch Klopfen und Trommeln in den Zellen auf sich aufmerksam gemacht. Pünktlich um Mitternacht erscholl vernehmlicher Lärm aus dem hochgesicherten Gebäudekomplex.

Die Klopfzeichen waren minutenlang im Bereich der historischen Wasserfestung zu hören, in der Nacht zu Sonntag allerdings weniger laut und intensiv als in der zuvor.

Thomas Henning, Sprecher des „Organisationsbüros Recht“ (Gießen), hatte die Klopfaktion von Sicherungsverwahrten in der Schwalmstädter Anstalt angekündigt. Offenbar läuft sie allnächtlich, seit am vorigen Sonntag ein 48-jähriger Sicherungsverahrter in der JVA an einer schweren Krankheit starb.

In einer Erklärung schreiben sie, der Tod sei „unmittelbar Folge einer Mischung aus Menschenverachtung, Inkompetenz und Ignoranz, die das System Schwalmstadt auszeichnet“. Sie kritisierten, der sich nach ihren Angaben rapide verschlechternde Gesundheitszustand des Mannes sei Verantwortlichen bekannt gewesen.

Das Justizministerium hatte gegenüber unserer Zeitung bestätigt, dass die Gefangenen so ihrer Trauer Ausdruck verleihen wollten. Der Ministeriumssprecher hielt daran fest, dass die Vorwürfe der Sicherungsverwahrten im Zusammenhang mit dem Todesfall unbegründet seien. Henning hatte in einer Erklärung Mitte der Woche schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung des Verstorbenen erhoben. (syg/aqu)

Quelle: HNA

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