Frank Lüdecke begeisterte sein Publikum

Ein Kabarettist erklärt die Welt

Kabarett: Frank Lüdecke sorgte mit scharfer Zunge für erstklassige Unterhaltung im Dorfgemeinschaftshaus Holzhausen. Foto: Eberlein

Holzhausen/Hahn. Der Kabarettist Frank Lüdecke war mit seinem Programm „Die Kunst des Nehmens“ zu Gast im Dorfgemeinschaftshaus in Holzhausen und begeisterte mit politischem Kabarett vom Feinsten das Publikum. Der Verein Edermünder Kulturinitiative hatte Lüdecke eingeladen.

Im Mittelpunkt stand für den Berliner Kabarettisten neben den Kanzlerkandidaten und der Steuerhinterziehung in der Schweiz die Schulden- und Finanzkrise. Dabei klärte er den Begriff des Schuldenerlasses und die beiden dafür notwendigen Voraussetzungen – erstens Schulden und zweitens Geld. Um diesen Widerspruch nicht lange stehen zu lassen, folge das Merkelsche Patentrezept: „Die Folgen der Krise müssen überwunden werden.“

Dass die Formel auch alltagstauglich ist, bewies Lüdecke mit einem kleinen Beispiel aus der eigenen Familie. Was antwortet der Sohnemann, dessen Versetzung gefährdet ist, wenn er in der Schule eine Rechenaufgabe gestellt bekommt? „Das ist eine komplexe Aufgabe, deren Lösung in meinem Interesse gefunden werden muss.“ Allein im Bereich Technik und im Osten des Landes, sei die Methode nicht anzuwenden. Beides sei für viele ein Buch mit sieben Siegeln.

Lüdeckes sprachliche Gewandtheit zeigte sich auch in den musikalischen Einlagen. Für Lieder wie „Neurobiologie“, „Brandenburg“ und einem gesanglichen Ausblick in die düstere Zukunft der deutschen Bevölkerungsstruktur, gab es viel Applaus.

Erst nach zwei Zugaben entließen die Zuschauer den Künstler. Das kam dem „Handelsvertreter in Sachen Humor“ gerade recht, denn nach eigener Aussage, sei er ohnehin nur schwer von der Bühne zu bekommen. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Lebensweisheit zum Mitnehmen: „Auch der Künstler geht nach der Vorstellung nach Hause.“ (zen)

Quelle: HNA

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