Wolfgang Henkel fotografierte Stadtansichten nach – Werke sind in Marburg zu sehen

Mit Kamera durchs Land

Früher und damals: Hobbyfotograf Wolfgang Henkel aus Lischeid fotografierte historische Ansichten Deutschlands nach, wie hier Fritzlar (links 1922, rechts die aktuelle Ansicht). Foto: Schittelkopp

Lischeid. 275 Fotos in sieben Jahren nahm Wolfgang Henkel in der ganzen Bundesrepublik auf. Sein Ziel war es, historische Aufnahmen nachzufotografieren, wie sie heute aussehen. Das Ergebnis ist in seiner Ausstellung Konserve Deutschland im Marburger Rathaus zu sehen.

Als Vorlage dient ihm das Buch „Deutschland, Baukunst und Landschaft“ von Kurt Hielscher. Das Werk von 1922/23 zeigt 304 Aufnahme aus dem Gebiet des Deutschen Reichs. „Ich war zufällig im Internet darauf gestoßen“, erzählt der Hobbyfotograf aus Lischeid. So entstand die Idee.

Zehn Städte am Wochenende

Doch nicht wie der damalige Landschaftsfotograf Hielscher, der Glasplatten als Bildträger verwendet hatte, benutzte Henkel eine Digitalkamera. Sein Frau Margret Wiegand-Henkel begleitet ihn auf seinen Fototouren von Süden nach Norden und von Westen nach Osten häufig.

„Wir waren so an vielen Ecken, die wir sonst nie besucht hätten“, sagt Henkel. Mal war das Paar zwei Wochen lang unterwegs, mal schafften sie zehn Städte an einem Wochenende.

Als Anspruch hatte Wolfgang Henkel, vom selben Standpunkt aus zu fotografieren wie Kurt Hielscher vor 90 Jahren. Einfach war das nicht immer. So entstand das Foto vom Marburger Schloss von der Galerie des Kirchturms der Pfarrkirche – heute ist der Blick für die Linse jedoch mit dichtmaschigem Vogeldraht versperrt. „Auch an den Hängen und Weinbergen an Rhein und Mosel haben wir lange suchen müssen.“ Das Werftgelände in Kiel ist heute nicht mehr zugänglich. „Es war schon manchmal zäh“, erinnert sich das Ehepaar.

Viel erlebt haben die Henkels in den sieben Jahren auf jeden Fall. An der Burg Hohenzollern waren sie drei Tage, dort verdächtigte sie ein Landwirt vom Katasteramt zu sein. Eine Lieblingsstadt haben Wolfgang Henkel und seine Frau auch entdeckt: Dinkelsbühl in Mittelfranken. „Das ist ein echter Geheimtipp“, sagt Margret Wiegand-Henkel, „sehr stimmungsvoll.“

Neben der Ausstellung stellte der Hobbyfotograf die Aufnahme in einem Fotobuch zusammen. Beim Durchblättern wird deutlich, dass sich an einigen Orten dann doch gar nicht so viel verändert hat.

• Die Fotografien von Wolfgang Henkel sind in seiner Ausstellung Konserve Deutschland im Rathaus in Marburg zu sehen. Die Vernissage beginnt am Freitag, 15. August, um 19 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 7. September montags bis freitags 9 bis 17 Uhr sowie samstags 13 bis 17 Uhr zu sehen. Führungen gibt es Samstag, 23. und 30. August, jeweils ab 15 Uhr.

www.henkelbilder.de

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Kommentare