Überprüfung der Hausanschlüsse kommt Hauseigentümer teuer zu stehen

Mit der Kamera in die Kanäle

Jesberg. Wenn es um die Überprüfung der Grundstücksanschlüsse an den Kanal im Zuge der Eigenkontrollverordnung geht, kommt Bürgemeister Günter Schlemmer in Wallungen. Für ihn ist die Verordnung ein weiteres Beispiel für die Benachteiligung des Landes und für überzogene Standards.

Nach der Regelung sollen alle Schmutzwasserkanäle von Hausanschlüssen überprüft werden. Das soll auch für die Anschlüsse gelten, die, wie in Elnrode, jetzt im Zug des Kanalbaus erneuert werden. Für Schlemmer eine extreme Härte.

Besonders wenn man bedenke, dass nach den ersten Sondierungen davon ausgegangen wird, dass 80 Prozent der Anschlüsse schadhaft seien. Die anstehende Reparatur werde für Hauseigentümer dann teuer. Ungeklärt sei auch, wer die Kosten der TV-Untersuchung der Kanäle übernimmt. Denn auch da sei mit mindestens 1000 Euro zu rechnen.

Hoffnung auf Neuregelung

Schlemmer setzt deshalb auf eine gesetzliche Änderung, um finanzielle Härten zu mindern. Eine völlig Neuordnung oder ein Wegfall könne er sich allerdings nicht vorstellen.

So müsse die Gemeinde Jesberg damit beginnen, die 800 Hausanschlüsse per TV-Befahrung zu überprüfen. Start wird noch in diesem Jahr in Elnrode sein. Nach Meinung von Schlemmer sollen die Kosten über die Gebühren auf die Allgemeinheit umgelegt werden. Die Reparatur der Leitungen auf dem Gründstück bliebe dann dem Eigentümer überlassen.

Einen neue Sicht brachte CDU-Sprecher Heinz Stumpf ins Spiel. Seinen Angaben nach wolle die CDU-Fraktion im Landtag eine „abgespeckte Version der Richtlinie der Europäischen Union herbeiführen“.

Nur Mehrfamilienhäuser

Nach den Vorstellungen sollen von der Verordnung nur Mehrfamilienhäuser betroffen sein. Allerdings keine ein bis zwei Familienhäuser, wie sie auf dem Land verbreitet sind. Von einer solchen Neuerung könnten vor allem Hausbesitzer auf dem Land profitieren. Hoffnungen, dass die Regelung völlig wegfalle, solle sich niemand machen, sagte Stumpf. Sein Rat: rechtzeitig vor dem Stichtag 2025 mit der Überprüfung beginnen. (ras)

Quelle: HNA

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