Dr. Roland Kupka arbeitet für das Kinderhilfswerk Unicef

Fritzlarer Spezialist im Kampf gegen Hunger

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Ein Fritzlarer hilft in Afrika: Dr. Roland Kupka ist für 24 afrikanische Länder für Unicef im Einsatz, hier besucht er ein Projekt in Mali.

Fritzlar/Dakar. Den Vergleich zwischen dem Nahrungsüberfluss in der westlichen Welt und der Armut in weiten Teilen Afrikas zieht Dr. Roland Kupka lieber erst gar nicht. Viel lieber schaut er auf die Erfolge gegen den Hunger.

„Ohne Erfolge würde man zum Zyniker werden“, sagt Kupka. Er muss es wissen, denn der 36-Jährige, der aus Fritzlar stammt, ist für das UN-Kinderhilfswerk Unicef für 24 afrikanische Länder verantwortlich.

Kupka ist Ernährungspezialist im Regionalbüro in Dakar im Senegal. Während in Deutschland langsam der Herbst einzieht, herrschen im Senegal schwüle Temperaturen um die 30 Grad. Die Regenzeit sei gerade zu Ende, erzählt Kupka am Telefon: „Die Straßen wurden sehr in Mitleidenschaft gezogen.“ Der Ernährungsexperte hat sein Abitur an der Fritzlarer König-Heinrich-Schule gemacht, seine Eltern wohnen noch in der Domstadt.

Später studierte er in den USA Ernährungswissenschaften und promovierte dort auch. In Tansania forschte er über die Auwirkung der Ernährung bei HIV-Infizierten. Seit vier Jahren arbeitet Kupka nun für Unicef. Von Dakar aus arbeitet er für 24 Länder von Mauretanien bis zum Tschad. „Ich bin viel unterwegs“, sagt er – ungefähr ein Viertel der Arbeitszeit, schätzt er.

Keine einfache Gleichung

Der Rest ist Büroarbeit. Kupka betreut Unicef-Projekte in Sachen Ernährung und berät Regierungen. Die Gleichung gute Ernte = keine Unterernährung sei nicht so einfach aufzustellen, sagt der Experte.

Viele andere Faktoren spielten eine Rolle. So sei es, gerade bei Kindern, enorm wichtig, wie sie ernährt werden. Auch Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten, etwa durch Impfung, seien wichtig.

Dr. Roland Kupka

Bei Kindern, die nur wenig Nahrung zu sich nehmen, steige die Bedeutung der Qualität der Nahrungsmittel. Eine Brühe mit Maismehl, wie es in Afrika häufig üblich sei, reiche dann nicht aus. Die Bedeutung der richtigen Ernährung sei inzwischen erkannt worden, es tue sich in diesem Bereich viel. Der Fritzlarer kennt auch die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Spenden. „Jeder hat ein Recht darauf, zu wissen, dass sein Geld gut verwendet wird“, sagt er.

Es sei allerdings wichtig zu wissen, dass von Spenden nicht immer Lebensmittel gekauft würden. Wichtig sei auch Beratung etwa von Regierungen, wie Dr. Kupka sie betreibt. Da staune er manchmal über den Erfolg: „Ich muss mich manchmal selbst kneifen, wie viel Gehör wir bei Regierungen finden.“ • Unicef Deutschland: Spendenkonto 300 000, BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft Köln • Internet: www.unicef.de

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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