Stefan Giebel hatte einige Probleme, seine Traumfrau heiraten zu können

Endlich verheiratet: Dr. Stefan Giebel und Afshaan aus Sand haben eine echte Ochsentour durch den Dschungel der Bürokratie hinter sich. Foto: Markus Berger

Bad Emstal. Es ist die Geschichte zweier Menschen, die sich lieben. Und die folgerichtig irgendwann beschließen zu heiraten. Dr. Stefan Giebel aus Sand aber hat eine wahrhaftige Odyssee hinter sich gebracht, bis er es endlich schaffte, die Liebe seines Lebens zu ehelichen. Denn die kommt aus Indien.

„Die deutschen und indischen Behörden haben es uns nicht gerade leicht gemacht“, sagt der 35-jährige Doktor der Mathematik und Soziologie, der als Berater für zwei Justizministerien arbeitet.

Doch die Geschichte von vorne. Übers Internet hatte Stefan Giebel seine Afshaan kennengelernt. Das war im Juni 2010. „Ich war gerade beruflich in Griechenland, sie lebte in Dubai“, erinnert sich Giebel. „Über Facebook haben wir uns recht rasch verliebt.“ Und dann ging alles schnell. Im August das erste persönliche Treffen und kurz darauf der Entschluss, den Rest des Lebens als Ehepaar zu verbringen. „Ich wusste: die oder keine“, sagt Stefan Giebel.

„Manchmal muss man sich eben ein wenig mehr bemühen.“

Aber dann begann ein wahrer Parforceritt durch die Gefilde der deutschen und indischen Bürokratie. Das Problem: „Wir hatten bei der deutschen Ausländerbehörde die Eheschließung beantragt.“ So weit, so gut. Die Behörde wollte allerdings ein Ehegattennachzugsvisum vom indischen Generalkonsulat in Dubai haben. Und die 27-jährige Afshaan am liebsten solange wieder in ihre Heimat zurückschicken.

„Der Knackpunkt lag nun darin, dass das Generalkonsulat für die Ausstellung dieses Visums eine gültige Eheurkunde verlangte.“ Die Ehe hätten Giebel und die Frau seines Herzens aber wiederum nur mit eben jenem Ehegattennachzugsvisum vollziehen können.

„Dazu kam noch, dass das Oberlandgericht einen Nachweis darüber benötigte, dass meine damalige Lebensgefährtin nicht bereits verheiratet war“, erzählt Giebel. Ein solcher Nachweis sei jedoch nicht in der für deutsche Verhältnisse gewohnten Form zu erhalten gewesen. „Weil in Indien die Bürokratie einem ganz anderen Schema folgt als in Deutschland“, sagt Giebel. „Dort gibt es nun mal keine vom Bürgermeister beglaubigten Geburtsurkunden und so etwas.“

Genau das stellte für Giebel und Afshaan, die - wie in Indien üblich - übrigens keinen Nachnamen trägt, die Schwierigkeit dar. „Ich musste mit viel Druck, auch über die Politik, das Gericht dazu bewegen, die indischen bürokratischen Gepflogenheiten zu akzeptieren“, so der 35-Jährige.

Zum Schluss wurde dann aber doch noch alles gut. „Irgendwann wollten das Generalkonsulat in Dubai und die deutsche Ausländerbehörde die Sache einfach vom Tisch haben“, berichtet Giebel. Und dann passierte, was längst hätte stattfinden können: „Die Behörden haben sich verständigt und nach langen Diskussionen klein beigegeben.“

Und so kam es, dass Stefan Giebel und seine Afshaan nach fast einem Jahr des Kampfes gegen Windmühlen nun endlich ein Ehepaar sein dürfen. Giebel: „Manchmal muss man sich eben ein wenig mehr bemühen.“

Quelle: HNA

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