Dorferneuerung: Naumburger Bahnhof soll attraktiver werden

Naumburg. Ganz vorn steht er nicht, auf dem Plan zur Dorferneuerung. Und doch liegt er den Naumburger sehr am Herzen: der alte Bahnhof. 1904 erbaut, soll das Gebäude wieder zum Schmuckstück werden – rechtzeitig zum 25. Bestehen des Museumsvereins.

Immerhin unterhält der Verein seit 15 Jahren hier sein Eisenbahnmuseum.

Rund 75.000 Euro sind dafür im Dorferneuerungsprogramm eingeplant. „30.000 Euro haben wir für die Neugestaltung des Außengeländes vorgesehen, den Rest für die Aufwertung des Bahnhofsgebäudes “, sagte Jürgen Günst, Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung, am Samstag bei der Ortsbesichtigung. Dabei gehe es weniger um das Museum selbst, die Ausstellungsräume seien ordentlich in Schuss, dank der rührigen Arbeit des Museumsvereins. In den Wohnungen im Obergeschoss hingegen sehe es ganz anders aus. Obwohl bis vor kurzem noch bewohnt, scheinen die Räume nicht nur auf den ersten Blick vollkommen untauglich. Dreck, Schimmel, ausgediente sanitäre Anlagen.

Ein Vorschlag der Dorferneuerer: entkernen, um einen weiteren Verfall zu stoppen. Wilburg Kleff kennt eine andere Möglichkeit, das so genannte Wächterhaus-Modell aus Leipzig. Hauserhalt durch Nutzung, lautet hier die Devise. „Die Räume sind hell und großzügig geschnitten, allerdings müsste wirklich noch viel gemacht werden.“

Neue Fassade

Und das ist eindeutig zu viel für einige der Beobachter, die die Kosten für eine Instandsetzung im Dreifachen des vorgesehen Betrags sehen. Am Samstag einigten sie sich nun, zunächst das Nötigste anzugehen, darunter die Außenfassade. Sie steht auch auf der Wunschliste des Museumsvereins weit oben. Wenn es nach Herbert Hilliger, dem Vorsitzenden des Museumsvereins geht, soll sie im August wieder intakt sein. „Es wäre ein schlechtes Bild, wenn das Gebäude zum Bahnhofsfest, mit dem wir unser 25-jähriges Jubiläum feiern, noch immer in einem solch schlechten Zustand wäre.“ Ob das jedoch gelingt, ist derzeit unklar.

Die Außenarbeiten ließen sich wohl schneller erledigen. „Wir rechnen in etwa zwei Wochen mit dem Förderbescheid“, sagte Horst Teufel vom städtischen Bauamt. Geplant seien zusätzliche Tische und Bänke, Spielgeräte für Kleinkinder, aber auch eine Infotafel mit Hinweisen zu Angeboten und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Ein Fußgängerüberweg vom Bahnhof zum südlich gelegenen Haus des Gastes soll die Wege zu Parkplätzen und Toiletten verkürzen. „Das ist ein wichtiger Schritt für die Stadt Naumburg. Immerhin kommen jährlich mehr als 3000 Besucher mit der Museumsbahn Hessencourrier hier an“, sagte Günst. „Denen sollten wir ein möglichst attraktives Tor zur Stadt präsentieren.“

Quelle: HNA

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