Kampf um Objektschutz: Kreis soll Einzelförderung bei Bundesregierung einfordern

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Zurzeit keine Perspektive: Der Objektschutz musste im Landkreis zum 30. November eingestellt werden. Unser Archiv-Foto zeigt Objektschützerin Manuela Heil am Singliser See.

Schwalm-Eder. Mit der Entscheidung der Bundesregierung, den Objektschutz im Schwalm-Eder-Kreis nicht mehr zu unterstützen, will sich der Landkreis nicht abfinden. Er will weiter um dieses Angebot kämpfen.

Im Kreistag wurde am Montag auf Initiative von SPD und FWG beschlossen, einen erneuten Vorstoß beim Bundesarbeitsministerium zu unternehmen. Nun soll eine Einzelförderung angestrebt werden. Bei Gegenstimmen der CDU und einer Enthaltung wurde der Antrag beschlossen. Die CDU konnte sich mit einem Änderungsantrag nicht durchsetzen. Sie wollte erreichen, dass der Landkreis mit der Arbeitsförderung über eine „besondere Unterstützung“ verhandelt.

Seit 2008 gab es den Objektschutz im Schwalm-Eder-Kreis. Zum 30. November wurde er eingestellt, weil kein Lohnkostenzuschuss mehr gewährt wurde.

Über den Starthilfe-Ausbildungsverbund waren zuletzt 15 Objektschützer beschäftigt. Es handelte sich um Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance hatten. Die Mitarbeiter wurden zu Sicherheitsfachkräften ausgebildet. Sie wurden vor allem zur Kontrolle an Schulen im gesamten Schwalm-Eder-Kreis eingesetzt, aber auch an Kindergärten und Badeseen.

Folgende Bilanz legte Landrat Frank-Martin Neupärtl vor: Die Einbrüche an Schulen seien von 2007 bis 2010 um 70 Prozent zurückgegangen, die Vandalismusschäden um 63 Prozent. Die Schäden hätten sich insgesamt um 140.000 Euro verringert. 60 Prozent der ausgebildeten Sicherheitskräfte hätten anschließend einen Arbeitsplatz gefunden.

Alle Kreistagsfraktionen kamen zu einer positiven Bewertung des Objektschutzes. Die FWG nannte die Arbeit „unverzichtbar“, die FDP hielt sie für unterstützungswürdig. Es könne nicht sein, dass solch sinnvolle Projekte abgewürgt werden, meinten die Grünen. Und auch die Linke forderte, dass Geld für diese Arbeit bereitgestellt werden müsse.

Die Sozialdemokraten forderten von der CDU ein klares Bekenntnis zu diesem Projekt, das Menschen fördere, die sonst kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten.

Die Christdemokraten wiesen darauf hin, dass eine weitere Förderung mit dem Jobcenter Schwalm-Eder geklärt werden müsse.

Quelle: HNA

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