150 Zuschauer waren da

HNA-Lesertreff in Homberger Stadthalle mit den Bundestagskandidaten

Homberg. Zwei Wochen vor der Wahl haben die Kandidaten des Wahlkreises 170 (Schwalm-Eder/Frankenberg) am Montagabend in einem HNA-Lesertreff in der Homberger Stadthalle um Stimmen geworben.

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150 Zuschauer waren gekommen. Nicht nur die HNA-Redakteure Ulrike Lange-Michael und Heinz Rohde fühlten den Kandidaten auf den Zahn, auch viele Zuschauer nutzten die Chance und stellten ihre Fragen direkt an die Kandidaten.

Geprägt von den Themen Bildung und Mindestlöhne war der erste Teil des Lesertreffs. Bernd Herbold, Lehrer aus Homberg sagte, dass das Schulssystem krank sei und Hauptschüler stigmatisiert würden.

Das wollte Bernd Siebert (CDU) nicht so stehen lassen: „Noch nie hatten wir so eine Situation wie jetzt. Die Schülerzahlen gehen nach unten und die Lehrerzahlen nach oben. Wir hatten noch nie so viele Lehrer.“

Und Dennis Majewski (FDP) betonte, dass Unternehmen wieder Hauptschüler entdecken. Er sprach sich für eine gemeinsame Grundschulzeit bis zur sechsten Klasse aus.

Das sah Edgar Franke (SPD) anders, er betonte, dass heute der Geldbeutel der Eltern über den Bildungsabschluss der Kinder entscheide. „Jeder muss die Chance haben, das Beste aus seinem Leben zu machen.“ Hermann Häusling (Grüne) sagte, dass er den Eindruck habe, dass immer weniger Kinder die gleichen Chancen hätten. „Es ist ein Unding, dass nach der vierten Klasse über die Schulform entschieden werden muss.“

Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Linke) forderte eine Schule für alle – auch für Behinderte, Migranten und Schüler aus sozial schwierigem Umfeld. „Es gibt schon Modellschulen und es klappt dort toll. Viele der Schüler gehen anschließend in eine weiterführende Schule.“

Engin Eroglu (Freie Wähler) setzte sich dafür ein, Schulleiter und Lehrer an einen Tisch zu holen und sie nach Problemen zu fragen. „Wir brauchen einen Bildungspakt für ganz Deutschland und nicht 16 Baustellen.“

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Wie viele Lehrer man einstellen wolle, um ein besseres Bildungssystem zu gewährleisten, wollte Zuschauer Jochen Böhme-Gingold wissen.

„Masse ist nicht entscheidend, sondern Klasse. Die Ausbildung der Lehrer sei wichtig“, so Eroglu. Früher habe es ein größeres Ungleichgewicht zwischen Lehrern und Schülern gegeben, so Siebert.

Die Linke werde die Vermögenssteuer einführen und so neue Stellen in Kindergärten und Schulen schaffen, so Scheuch-Paschkewitz.

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Lesertreff in der Stadthalle in Homberg

Ob es Studiengebühren mit der CDU geben wird, wollte Zuschauer Andreas Koch aus Schwalmstadt wissen. „Man kann nur durchsetzen, was die Menschen mitmachen. Das Haben wir erkannt und sie abgeschafft“, sagte Siebert. Es werde in absehbarer Zeit keine Studiengebühren in Hessen geben. „Wenn, dann nur deutschlandweit.“

Das wollte Scheuch-Paschkewitz nicht so stehen lassen und betonte, dass auf Druck der Linken und der Grünen die Studiengebühr abgeschafft wurden.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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