Gemeinde Knüllwald investiert in 18 Monaten 4,6 Millionen Euro in die Leitungen

Kanal sorgt für Aufriss

Seit Wochen ein einziger Aufriss: Der Kanal in den Straßen ums Remsfelder Feuerwehrhaus wird zurzeit saniert. Foto:  Brandau

Homberg. Die Straßen rund ums Remsfelder Feuerwehrhaus sind zurzeit eine einzige Baustelle. Und das bereits zum dritten Mal binnen weniger Jahre: Vor zehn Jahren wurde ein Regenhaltebecken unter den Parkplatz vorm Rathaus gesetzt. Und vor fünf Jahren wurde ein Staukanal im Rodeweg, direkt an der Hauptstraße, ins Erdreich gebaut. Nun sind dort weitere Kanalbauarbeiten im Gange.

Eine Überraschung ist das nicht: „Wir wussten schon 2005, dass wir die Straße erneut aufreißen müssen“, sagt Bürgermeister Jörg Müller. Grund: Die Rohre waren zu klein und zu alt, um das vom Rodeweg und dem Baugebiet hinabströmende Abwasser aufzunehmen.

Kein Pfusch am Bau

In einer einzigen Bauphase sei das nicht möglich gewesen, Förderprogramme und gesetzliche Vorgaben geboten Einhalt. Die Arbeiten am Staukanal, sagt Bauamtsleiter Holger Iber, unterlagen einem komplett anderen Programm und damit auch einer anderen Finanzierung. „Die Zuschüsse bezogen sich nur auf den Staukanal, nicht auf weitere Arbeiten.“

Einziger zusätzlicher Schritt: Nachdem die Arbeiten am Staukanal damals abgeschlossen waren, hatte der Wasserverband Fritzlar-Homberg im unteren Bereich des Rodewegs die Wasserleitungen erneuert und bis zur Ecke Königstraße verlegt. Danach war die Straßenoberfläche hin. Weil damals aber die Remsfelder 900-Jahrfeier anstand, habe man die Fahrbahn provisorisch hergerichtet, sagt Jörg Müller. „Die Oberfläche sah dann zwar schön aus, aber drunter war alles kaputt.“

Damals habe man sogar einen neuen Gehweg angelegt, bei dem viele Remsfelder in Eigenleistung mit angepackt hatten, ergänzt Bauamtsleiter Holger Iber. Dieser Gehweg ist zurzeit zwar halb weggebaggert, die Steine könnten aber mit wenig Aufwand wieder verlegt werden.

Die Kanalarbeiten an den Straßen rund ums Feuerwehrhaus hätten also nichts mit dem Bau des Staukanals zu tun, wie manche Remsfelder vermuteten, betont Holger Iber. „2005 haben wir nicht etwa etwas beim Bau vergessen oder gepfuscht. Wir bauen heute nicht das Selbe wie damals, sondern arbeiten vielmehr dort weiter, wo wir damals aufhören mussten.“

Jetzt soll der Rodeweg in kompletter Breite ausgekoffert und asphaltiert werden. Wenn das Wetter mitspielt und es nicht wochenlang Hunde und Katzen regnet, soll er bis Ende November winterfest und befahrbar sein.

Aber nicht nur in Remsfeld wird am Kanal gebaut: auch in Niederbeisheim, Appenfeld und Völkershain wird zurzeit gebuddelt und gebaggert. Danach stehen außerdem die Orte Wallenstein Rengshausen an.

Das alles ist teuer: Die Gemeinde Knüllwald verbaut seit Januar und noch bis ins nächste Frühjahr hinein insgesamt 4,6 Millionen Euro.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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