Frank Unseld möchte für Bad Emstal viel bewegen

Kandidaten im Portrait: Frank Unseld möchte Bürgermeister werden

Hausmann und Praktiker: Frank Unseld managt das Familienleben. Zu seinen Aufgaben zählt auch, für Holzvorrat zu sorgen. Foto: Michl

Bad Emstal. Die Stadt steht vor der Wahl eines neuen Bürgermeisters. Drei Kandidaten haben sich bereit erklärt, dieses Amt übernehmen zu wollen. Wir stellen die Bewerber vor, die am 25. März die meisten Stimmen auf sich vereinen wollen. Heute: Frank Unseld.

Klischees sind nicht sein Ding. Frank Unseld tut, was getan werden muss. Vor neun Jahren standen er und seine Frau vor der Frage, wer sich im Spannungsfeld von Job, Karriere und Familie um die Kinder kümmern würde. Frank Unseld nahm die Erziehung in seine Hand und mit ihr auch gleich den ganzen Haushalt.

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Er trocknete die Tränen seiner Tochter, als diese die ersten Zähne bekam. Er war es, der die ersten Schritte seines Sohnes erlebte und ihn aus Freude darüber in die Arme schloss. Nun überwacht er die Hausaufgaben seiner Kinder, die inzwischen die Grundschule besuchen. Er kauft ein, bestückt die Waschmaschine, kocht und hält die Wohnung sauber. In die Rolle als Hausmann ist er hineingewachsen und in Sachen Familie Experte. Das ist auch ein Grund, weshalb der 52-Jährige das Amt des Bürgermeisters übernehmen möchte und um die Gunst seiner Wähler buhlt.

Zur Person

Frank Unseld wurde in der Nähe von Gummersbach geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Anwendungsprogrammierer, später holte er die Fachhochschulreife nach. Zwei Jahre lang arbeitete er als Koch in der Wicker-Klinik in Kassel und ab 1998 war er aktiver Gesellschafter der Firma KATO in Kassel, die vegetarische Gerichte herstellt und diese bundesweit vertreibt. Nach der Geburt seiner beiden Kinder arbeitet er als Hausmann. Frank Unseld ist verheiratet und lebt seit 2004 in Sand.

„Für Kinder und Familien muss in Bad Emstal mehr getan werden“, sagt der gelernte Programmierer. So müssten die Betreuungszeiten in den Kindergärten und im Hort ausgeweitet werden. Eine leistungsstarke, soziale Infrastruktur werde jungen Familien gefallen, sie zum Bleiben bewegen und andere vielleicht zum Kommen. „Ich vermisse Innovationen“, sagt Unseld auch mit Blick in Richtung seiner beiden Kontrahenten und regt an, große Betriebe wie Vitos Kurhessen mit einzuspannen in die Aufgabe, Bad Emstal familienfreundlicher zu gestalten. Frank Unseld ist jemand, der den Menschen eine Menge zutraut. „Die Leute hier haben wahnsinnig viele Ideen“, sagt der Familienvater, der als parteiloser Kandidat den Wahlkampf führt und die Plakate in den Ortsteilen selbst aufgehängt hat. Doch sie stehen untereinander nicht in Kontakt. Diese Verbindungen herzustellen, die Menschen miteinander zu vernetzen und für Transparenz zu sorgen, das sei Job des Bürgermeisters.

Die Kunst des Einmischens und Gestaltens hat Unseld in seinem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus erlernt. Später fand er Gefallen an den Visionen der Grünen. Er marschierte bei Antifa-Demos mit und in Köln engagierte er sich in Integrationsgruppen. Heute mischt er sich noch immer ein, zum Beispiel in der katholischen Gemeinde Sankt Familia in Kassel. Dort gibt es an jedem letzten Sonntag des Monats ein Sonntagsessen an einer festlich gedeckten Tafel für Menschen, die wenig haben und nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Mit dem von ihm erhofften Einzug ins Rathaus kommt eine neue Herausforderung auf ihn zu. „Meine Frau hat mich sofort unterstützt“, sagt Unseld und fügt lachend hinzu: „Jetzt bin halt ich dran.“ Seine Frau, die als Leitende Ärztin bei Vitos tätig ist, will dann vorübergehend weniger arbeiten.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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