Musikerin macht ihr Referendariat in Frankfurt

Kantorin Tabea Fuhr verlässt Hephata

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War sechseinhalb Jahre für die Kirchenmusik zuständig: Im März 2007 trat Tabea Fuhr ihre Stelle als Kantorin in Hephata an, zum Ende des Monats verlässt sie das Diakoniezentrum.

Treysa. Sechseinhalb Jahre drückten bei ihr die Jungbläser die Schulbank: Jetzt wird Hephata-Kantorin Tabea Fuhr selbst wieder zur Schule gehen. Die 34-jährige Kirchenmusikerin wird am 27. Oktober in einem Gottesdienst verabschiedet.

Dann beginnt sie ihr Referendariat im Studienseminar in Frankfurt. Ursprünglich hatte Fuhr Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Musik und evangelische Religion studiert jetzt will sie ihre Ausbildung zur Lehrerin beenden.

Dafür fühle sie sich dank ihrer Arbeit in Hephata gut gerüstet, sagt sie. Im März 2007 zog mit ihr frischer Wind in die Kantorei ein. "Mein Vorgänger, Kantor Wolfgang Adam, war damals länger im Amt als ich überhaupt alt war", erinnert sie sich. Das Feld der Kirchenmusik hat er ihr gut bestellt hinterlassen: Kantorei, Handglocken- und Posaunenchor waren etabliert. Neben ihren Aufgaben, die überwiegen in der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten und Andachten lagen, ließ man ihr freie Hand für neue Projekte. Durch offene Angebote konnten neue Sänger gewonnen werden.

Eine Herzensangelegenheit war Tabea Fuhr die Ausbildung der Jungbläser. Sie selbst spielt Orgel, Klavier, Horn, Geige und Flöte und wuchs mit Musik auf. "Das halte ich für wichtig." Es sei schön zu sehen, dass einst ihre Jüngsten heute ihr Wissen an Nachwuchs weiter geben könnten. Dabei geht die 34-Jährige gern auf Menschen zu: "Ich glaube, es ist der natürliche Umgang, der in der Arbeit mit Menschen egal ob mit oder ohne Behinderung gefragt ist", sagt sie. Die Musik selbst öffne manche Tür: "Besonders im Handglockenchor habe ich immer wieder erlebt, wie Menschen plötzlich eine andere Ausdrucksfähigkeit gewonnen haben." Beim Vermitteln war Kreativität gefragt. "Klassisch wird mit Notenblättern gearbeitet. Ich habe auf die Bildsprache gesetzt", erzählt sie.

Als Kantorin hat sie der Kirchenmusik einen neuen, modernen Stempel aufgedrückt: In Märchen mit Pfarrer Lutz Richter, im Projekt Generationenchor, der Musik zum Wochenschluss. Fuhr knüpfte Kontakte zu Kollegen außerhalb Hephatas. Unter anderem zu den Bläsern der Franz-von-Roques-Gemeinde. Ihre Begeisterung fürs Unterrichten möchte sie jetzt vertiefen: "Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat mir immer Spaß gemacht." Ob sie danach als Lehrerin arbeiten werde, könne sie wohl aber erst nach dem Referendariat sagen. Abschiedsgottesdienst Sonntag, 27. Oktober, 10 Uhr, Hephata-Kirche

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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