Kapelle Schönberg bietet Besuchern Historisches und einen spektakulären Ausblick

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Ihnen liegt die Kapelle am Herzen: Gerhard Dickel, Vorsitzender Förderverein, Pfarrer Thomas Lux und Heinz Diehl (von links) wissen um die Geschichte des Schönbergs. Foto:  Schittelkopp

Röllshausen. In der Sommerzeit stellen HNA-Redakteure in loser Reihenfolge besondere Orte im Landkreis vor, die einen Besuch wert sind. Den Auftakt der Serie "Unsere Lieblingsplätze" bildet die Kapelle Schönberg. Dort gibt es nicht nur Geschichte, sondern auch einen wunderbaren Ausblick zu genießen.

Seit nunmehr 1000 Jahren schon überragt die Kapelle Schönberg das Schwalmtal. Mit ihrer schlichten Schönheit fügt sie sich in die Landschaft rund um Rölls-hausen ein. Dort lässt sich Historie und die Schönheit der Schwälmer Landschaft erleben. 80 Stufen müssen Besucher erklimmen, um das historische Gotteshaus aus dem Mittelalter zu besichtigen.

Oben angekommen, bietet sich bei schönem Wetter ein Rundumblick über die Schwalm. „Von hier oben ist der Blick frei in alle Richtungen“, sagt Gerhard Dickel, Vorsitzender des Fördervereins Kapelle Schönberg. An klaren Tagen lassen sich die Ausläufer des Rothaargebirges erkennen. Sitzbänke laden zum Ausruhen ein, und von dort lässt sich die Sicht genießen. Doch auch bei schlechtem Wetter ist die Kapelle einen Ausflug wert. Denn wenn sich im Tal der Nebel niederlegt, hebt sich der Schönberg majestätisch heraus.

Die Ursprünge des mittelalterlichen Bauwerks konnten bis heute nicht abschließend geklärt werden. In Urkunden fand die Kapelle erstmalig 1030 Erwähnung. An dem Bau befinden sich romanische und frühgotische Elemente. „Schon in vorchristlicher Zeit soll es hier eine religiöse Stätte gegeben haben“, sagt Pfarrer Thomas Lux. Errichtet wurde sie nicht auf der höchsten Erhebung, sondern auf einem Basaltkegel. Die terrassenartige Struktur weist auf eine frühe Bearbeitung des Geländes hin. Lange Zeit war die Kapelle Schönberg ein Wallfahrtsort. Später diente sie als Totenkirche, Nachbildungen von Totenmasken im Inneren zeugen davon.

„Die Kapelle ist das Wahrzeichen der Schwalm“, sagt Heinz Diehl vom Förderverein. Für ihn strahlt das Bauwerk besonders im Innenraum ein besonderes Gefühl aus. Im halbrunden Chor wurden während der Sanierungsarbeiten vor einigen Jahren Fresken freigelegt. Zu sehen ist auch der historische Taufstein.

350 Besucher schauen sich jährlich die Kapelle an. Die Röllshäuser steigen am liebsten an Himmelfahrt zu ihrer Kapelle hinauf, wenn dort ein großer Gottesdienst gefeiert wird. Eine besondere Aufgabe kommt Heinz Geisel zu. Er läutet seit Jahren schon per Hand die drei Glocken des Turmreiters - immer täglich um 11 und 18 Uhr.

Von Claudia Schittelkopp 

• Die Kapelle Schönberg kann nach Verabredung besichtigt werden. Der Schlüssel ist im Evangelischen Pfarramt, Am Schönberg 8, Tel. 06698/238, oder bei Heinz Geisel, Borngasse 1, Tel. 06698/8386 in Schrecksbach-Röllshausen erhältlich. Ansprechpartner für Führungen sind Gerhard Dickel, Tel. 06698/1321, und Heinz Diehl, Tel. 06698/1302.

Quelle: HNA

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