Das Edgar Knecht Trio präsentierte alte Volkslieder in jazzigem Gewand

Kapelle wurde zum Jazzkeller

Gab alles: das Edgar Knecht Trio im Hospital. Foto: Decker

Treysa. Das „Edgar Knecht Trio“ war am Samstagabend mit einem Programm von Volksliedadaptionen zu Gast in der ausverkauften Hospitalkapelle. Mit einem längeren Solopart begann Edgar Knecht am Piano seine Komposition „Nachttraum“, beruhend auf dem alten Volkslied „Ich hab die Nacht geträumet“, und zog die Zuhörer augenblicklich in seinen Bann.

Virtuos flogen seine Finger über die Tasten, kleine aufsteigende Staubflusen aus dem Klangkörper des Flügels ließen erahnen, wie selten dieses Instrument solcherart gefordert wird. Doch nicht nur an die Neuvertonung alter Volkslieder wagte sich das Trio, sondern präsentierte mit „Thule“ auch das berühmte Gedicht von Goethe „Der König von Thule“. Kleine feine Tonfolgen wechselten mit kraftvollen lauten Akkorden ab, punktuell von den tiefen gezupften Tönen Rolf Deneckes am Kontrabass untermalt. Tobias Schulte am Schlagzeug übernahm einen großen Part des Erzählstrangs und ließ die ungestillte Sehnsucht des Königs am eigenen Leib erfahrbar werden.

Schulte schien beinah über seinem Hocker zu schweben, so schnell und akzentuiert traf er mit seinen sportlich genutzten Schlaginstrumenten die Stimmung des Gedichts. „Bravo“ rief das Publikum, und es gab Schreie der Begeisterung. Wenn der kommende Frühling so wird wie die Präsentation des gleichnamigen Stückes, steht der Schwalm eine wahre Explosion bevor.

So lustvoll wie das Piano ihn besang, so trommelwirbelig wie ein ganzer Spielmannszug ihn die Drums interpretierten und so pulsierend wie der Kontrabass ihn ankündigte, war das Stück symptomatisch für die Klangfülle, die die drei Jazzmusiker den Zuhörern boten. Mit zwei Zugaben beendete das Trio den musikalischen Abend. Das Publikum bedankte sich stehend mit lang anhaltendem Applaus für die fantastische Reise der spielfreudigen Musiker in die bis dahin unbekannte Welt der Volkslieder.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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