Lizenz zum Lästern: Karnevalist spendet Melsungen drei Lästerbänke

Lizenz zum Lästern: Bürgermeister Dieter Runzheimer (links), Wilhelm Gleim, Adelheid Gleim und Stadtrat Fritz Voigt auf der ersten Lästerbank. Fotos: Gehlen

Melsungen. Vor dem Rathaus sitzen und lästern - für einige Melsunger war das bisher schon eine schöne Beschäftigung. Ab sofort haben sie für ihren Spott auch den offiziellen Segen.

Die Stadt hat dort drei Lästerbänke aufgestellt, die das Karneval-Urgestein Wilhelm Gleim und seine Frau Adelheid gespendet haben.

Historisches Vorbild

Der 89-Jährige sei vor längerer Zeit auf die Stadt zugekommen, weil er fehlende Sitzgelegenheiten stiften wollte, sagte Bürgermeister Dieter Runzheimer. Allerdings sollten es nicht irgendwelche Bänke sein: Die Füße sollten dem Vorbild anderer Bänke in Melsungen entsprechen.

Diese seien allerdings über 60 Jahre alt, sagt Adelheid Gleim. Das Ehepaar machte sich auf die Suche, den damaligen Lieferanten ausfindig zu machen - erfolglos. Im Internet habe man sich dann nach einer Eisengießerei umgeschaut, erklärte Gleim. Weil die Gießer ohne eine Vorlage nicht arbeiten konnten, demontierte die Stadt eine alte Sitzgelegenheit.

Zehn Monate Lieferzeit

300 Euro haben die neuen Füße pro Bank gekostet, die dann mit Hilfe des Bauhofes montiert wurden. Zehn Monate betrug die Lieferzeit.

Nun stehen die Bänke vor dem Rathaus. „Und die Leute haben sofort begonnen zu lästern“, sagte Dieter Runzheimer. Zur Übergabe der Sitzgelegenheiten am Donnerstag hatte sich Karnevalist Gleim aber noch etwas Besonderes einfallen lassen: In einer Büttenrede mit 20 Strophen erzählte er die Geschichte der Bänke. (gör)

Quelle: HNA

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