Speziell ausgestattete Fahrzeuge: Im Gilserberger Feuerwehrhaus entsteht ein Betrieb

Karossen mit Charakter

Familienunternehmen: Karl Bender (Mitte) wird als Geschäftsführer die Geschicke lenken. Darüber freut sich nicht nur die Familie, sondern auch Bürgermeister Lothar Vestweber (links). Foto: Rose

Gilserberg. Nach dem Auszug im vergangenen August steht das alte Gilserberger Feuerwehrhaus an der Bundesstraße 3 leer. Ab August wird hier wieder Leben einkehren: Mitglieder der Familie Bender haben das Gelände samt Gebäude gekauft und investieren dort etwa 400 000 Euro in den Umbau. Entstehen soll ein neuer Betrieb, der Spezialausbauten von Fahrzeugen fertigt.

Geschäftsführer ist Karl Bender, der seit neun Jahren ein ähnliches Unternehmen in Saudi-Arabien leitet. Dort sind derzeit 48 Mitarbeiter im Bereich des Karosseriebaus beschäftigt. In Gilserberg startet der Betrieb mit acht Mitarbeitern. „Wenn der Laden läuft, können es aber bis zu 16 werden“, erklärt der gelernte Elektriker.

Kunden im Ausland

Die Idee, in seiner Heimat einen Betrieb zu gründen, trug der Gilserberger schon länger mit sich herum. „Durch den Aufbau vieler Firmen habe ich auch im Ausland die nötigen Kunden“, sagt Bender. Wenn sich alles so entwickelt, wie sich das der Gilserberger vorstellt, dann rollen schon bald Sprinter und Busse mit einem Hochländer Innenleben rund um den Globus. Bender kauft die Karossen quasi im Rohzustand und stattet diese dann je nach Kundenwunsch aus. Dabei reicht die Palette von traditionell über funktional bis hin zu luxuriös. Krankenwagen, aber auch Fahrzeuge mit Liften, etwa für Menschen mit Behinderungen, soll die Gilserberger Firma fertigen.

Fast alles ist möglich

Bei Bender gibt es nichts, was es nicht gibt: Hochwertige Ledersofas, Bars, die alles andere als Mini daher kommen, Lichtinstallationen und Toiletten mit allen Raffinessen – das sind nur einige der individuellen Wünsche.

Ab August sollen die ersten Fahrzeuge von einem Industriemeister, Karosseriebauern und Elektrikern konstruiert und montiert werden. Dafür wird der bestehende Komplex erweitert. Vorgesehen ist der seitliche Anbau einer Halle. Nach vorn wächst das Gebäude um eine Wintergarten-Konstruktion an. Im Haus selbst werden Büroräume und eine Wohnung entstehen.

Für das Projekt gibt es Zuschüsse von der Wirtschaftsförderung. Die Bauarbeiten wurden an örtliche Firmen vergeben.

Auch Bürgermeister Lothar Vestweber freut sich über die neue Ansiedlung des Betriebes: „Bald gehen Fahrzeuge aus Gilserberg in die ganze Welt.“ Karl Bender ist stolz, dass das Geschäftsmodell fest in Familienhand ruht. „Ohne die Unterstützung der Familienmitglieder würde ich das alles hier nicht gebacken kriegen.“ Unterstützt wird Bender auch in der Zukunft: Neben einem Betriebswirt werden beide Töchter im Büro mitarbeiten.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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