Forderung nach Entwicklungsgesellschaft

Grüne: Konversion bislang kein Erfolg

Homberg. Die Konversion im ehemaligen Bundeswehrgelände in Homberg sei für die Stadt bislang kein Erfolg, kritisieren die Grünen. Die Chancen, auf dem ehemaligen Kasernengelände ein Gewerbegebiet zu entwickeln, das die Stadt nach vorne bringt und neue Arbeitsplätze schafft, sei nicht umgesetzt worden.

Die Grünen glauben, dass dies nur durch eine Entwicklungsgesellschaft gelingen könne, die auch die Risiken der Erschließung trage und an die Investoren weitergeben müsse. Bisher trägt Homberg diese Kosten von über 3 Mio. Euro, die nur zum Teil gefördert werden, allein. Vermarktung ohne Konzept „Die Vermarktung der zur Verfügung stehenden Flächen erfolgt ohne eine grundlegende Konzeption“, so der Fraktionsvorsitzende Klaus Bölling in einer Pressemitteilung. Es gebe keinen Plan, wie ein Gewerbegebiet aussehen könnte. 

Lesen Sie auch
Verkauf von Grundstücken auf ehemaligem Kasernengelände gestoppt

„Flächen werden an die erstbesten Interessenten vergeben, ohne ein Gesamtkonzept zu verfolgen. Eine wirkliche Ausschreibung der Flächen und eine Suche nach Investoren, die langfristig qualifizierte Arbeitsplätze schaffen findet nicht statt“, kritisiert er. 

Stattdessen sei eine große Fläche unter fragwürdigen Bedingungen zu einem äußerst niedrigen Preis an eine Bietergemeinschaft vergeben worden, der ein Stadtverordneter und Parteifreund des Bürgermeisters angehöre. „Die Vergabe erfolgte ohne Einbeziehung der Stadtverordnetenversammlung und der Fachausschüsse – trotz anderslautender Beschlüsse“, betont Bölling. Ein Beschluss der Stadtverordneten, diesen Vorgang rückabzuwickeln, sei bisher ebenfalls nicht umgesetzt worden. 

Die Grünen kritisieren, das Teilflächen trotz anderer Interessenten an die Bietergemeinschaft verschenkt wurden. Andere Investoren konnten die Grünen zudem nicht überzeugen: Eine Anlage zur Pyrolyse von Altreifen werde nicht mehr erwähnt. Ein Interessent, der auf der größten Fläche der Ostpreußenkaserne Panzer verschrotten will, sei für die Grünen ebenfalls kein Investor, der innovative Verfahren nach Homberg bringen und qualifizierte Arbeitsplätze schaffen könne. 

Die geplante Refinanzierung durch Pachteinnahmen aus Solarflächen breche offenbar zusammen: „Es ist fraglich, ob der Solarpark tatsächlich die erhöhte Einspeisevergütung bekommt.“ Das fehlende Geld müsse die Schutzschirmstadt an anderer Stelle einsparen: „Schlechte Aussichten für die Innenstadtentwicklung und die Bürger“, so Bölling. (may)

Quelle: HNA

Kommentare