Kasernengelände: Der Verkauf lag auf Eis

Trotz Entscheidung nichts entschieden: Ein Bürgerentscheid könnte den Kauf des früheren Bundeswehrgeländes verhindern. Foto: Archiv

Homberg. Wie eine heiße Kartoffel in der Hand ist das ehemalige Bundeswehrgelände in Homberg für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Kurz: „Es fallen riesige Kosten an und wir wollen es los werden“, sagt Karin Löber, zuständige Sachbearbeiterin bei der Bima für die Homberger Kasernen. Aufgabe der Bima ist es, das Areal zu vermarkten

Doch seit 2009 hält sie im übertragenen Sinne die heiße Kartoffel für die Stadt in der Hand. Denn seitdem habe die Bima ihre Verkaufsbemühungen eingestellt. „Weil die Stadt uns mitgeteilt hat, dass sie die gesamte Fläche kaufen will“, sagt Löber im HNA-Gespräch. Daraufhin habe man der Stadt ein Vorkaufsrecht eingeräumt.

Dabei habe es immer wieder - und auch aktuell - Interessenten gegeben. So habe zum Beispiel ein Wachdienst das ganze Gelände kaufen wollen, um dort seine Mitarbeiter zu schulen. Doch das sei von der Stadt nicht gewollt worden, sagt Löwer.

„Wir sind traurig darüber, dass so viel Unmut gestreut wurde.“

Ein teilweiser Verkauf der Restflächen der Dörnbergkaserne, der Gesamtfläche der Ostpreußenkaserne einschließlich Standortschießanlage sowie der Teilfläche des Standortübungsplatzes außerhalb des Vogelschutzgebietes an die Stadt sei für die Bima nie in Frage gekommen, erklärt sie zudem im HNA-Gespräch. Das war in vergangenen Stadtverordnetensitzungen von Bürgermeister Martin Wagner jedoch in Aussicht gestellt worden. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sogar im April den Ankauf einer Teilfläche beschlossen. „Das stand für uns nie zur Diskussion“, betont Löber.

Kaufpreis ist gesunken

„Aus Gründen der öffentlichen Erschließung verkaufen wir an die Stadt Homberg nur komplett“, erklärt sie. Hinzu komme, dass es nicht sein könne, dass sich die Stadt die Filetstücke wie zum Beispiel Flächen für Photovoltaikanlagen schnappe und die Bima dann auf den anderen, nicht so attraktiven Bereichen hängen bleibe.

Allerdings, so Löber, sei der Kaufpreis für die Stadt mittlerweile deutlich gesunken. Um wie viel Euro, wollte sie allerdings nicht sagen. Derzeit beträgt der Kaufpreis 1,3 Mio. Euro.

Sollte der Verkauf an die Stadt nun doch noch scheitern, dann werde die Bima so bald wie möglich verkaufen. „Dann nehmen wir wieder Kontakt zu den Interessenten auf und würden auch einzelne Bereiche verkaufen.“

Die Kosten, die zum Beispiel durch Bewachung, Winterdienst, Beheizung und andere Dinge für die Bima anfallen, seien enorm.

Im nächsten Jahr käme zudem die gesplittete Abwassergebühr hinzu, die sich nach der versiegelten Fläche eines Grundstückes berechne. „Bei den vielen versiegelten Flächen dort ist das für uns finanziell nicht länger tragbar.“ Mehr in der gedruckten Ausgabe

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Kommentare