Anlage wie im Bergpark Wilhelmshöhe - Einweihung am 11. September

Kaskaden im Rieder Park

Einer von drei Teichen: Um 1785 wurde begonnen, die ursprünglich barocke Anlage in einen englischen Landschaftspark umzugestalten. Fotos: Junker

Riede. Den Bergpark Wilhelmshöhe gibt es in einer kleineren Version am Schloss in in Riede. Die wiederhergestellte Kaskadenanlage im Schlosspark Riede soll amTag des offenen Denkmals (11. September) feierlich eröffnet werden.

Für Dr. Christian Kahl und seinen Bruder Dr. Johannes Kahl, denen Schlossanlage und Gutshof in Riede gehören, liegt die große Faszination der Parkanlage in deren ganz besonderer Atmosphäre. Vor der aufwändigen Wiederherstellung der Kaskadenanlage studierten die Brüder Kahl gemeinsam mit Norbert Zimmermann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Riede, alle historischen Quellen zum Thema Bergpark Wilhelmshöhe und Schlosspark Riede, die erreichbar waren.

„Unsere Anlage wurde etwas später, aber recht zeitnah angelegt“, berichtet Dr. Johannes Kahl. In Riede seien 1782 die gleichen Berater am Bau beteiligt gewesen.

Nach einem Jahr Bauzeit sind die drei Teiche wieder mittels Kaskaden verbunden, eine führt das Wasser unter einer kleinen Teufelsbrücke aus Steinen über eine Passage mit Störsteinen in das unterste Rundbecken.

Das wurde im August 2010 trocken gelegt und vom Schlamm befreit. Dabei stellte sich heraus, dass dessen Boden teilweise mit Steinen gepflastert war. „Die erste Version des Wasserbeckens war im 17. Jahrhundert rechteckig, hier wurde das Wasser zum Bierbrauen in Riede entnommen“, berichtet Dr. Johannes Kahl. Das beweisen ein Grundriß Riedes von 1691 und ein Vertrag aus dem Jahre 1686.

Der mittlere Teich war vor den Arbeiten nur noch als Senke erkennbar, er wurde von Wildwuchs befreit und vertieft. Im Kaskadenbereich und an der Brücke legten Arbeiter mittels Handarbeit das frei, was an Struktur und Material darin vorhanden war. Auch die Einfriedung des unteren Beckens wurde so abgetragen und neu gesetzt.

Alle Steine, die jetzt in der Anlage verbaut sind, stammen aus den Kaskaden, dem Park oder dem Schloss - sogar die unsichtbaren Störsteine, die das Wasser nach der Passage der Teufelsbrücke verwirbeln und verlangsamen sollen.

Der dritte, oberste Teich musste ganz neu ausgebaggert werden, er dient als Vorfluter und sammelt Regen- und Schmelzwasser aus den darüber liegenden Wiesen.

„Unser Ziel war es, Natur und Denkmal wieder zu verbinden“, sagen die Brüder Kahl. 150 000 Euro haben sie dafür investiert. Das Vorhaben anerkannte auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die einen Teil des Projektes finanziell unterstützte.

Zu dem Projektteam gehören neben den Brüdern Kahl sowie Norbert Zimmermann Gartendenkmalpflegerin Maren Brechmacher-Ihnen, die auch an der Erstellung des Kasseler Antrages für die Aufnahme des Bergparkes Wilhelmshöhe in die Unesco-Weltkulturerbe-Liste beteiligt war. Ein Ingenieurbüro aus Witzenhausen ist für die Gartenarchitektur zuständig. HINTERGRUND LINKS

Von Constanze Junker

Quelle: HNA

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