Ordnungsamt reagiert

Kasseler Tierheimleiter greift Stadt Wolfhagen wegen Fundkatzen scharf an

+
Zuhause auf Zeit: Bei der Tiernothilfe in Zierenberg werden Fundkatzen aus dem Altkreis Wolfhagen aufgenommen. Derzeit suchen wieder viele Jungkatzen ein Zuhause. Foto: Archiv

Wolfhagen. Mitarbeiter des Wolfhager Ordnungsamtes sind sauer: Die Stadt musste sich jetzt schwere Vorwürfe vom Leiter des Kasseler Tierheimes Wau-Mau-Insel, Karsten Plücker, anhören. Eine Frau aus Wolfhagen hatte dort eine Katze abgegeben.

Wolfhagen kümmere sich nicht um seine Fundkatzen, wetterte Karsten Plücker in einem HNA-Artikel in unserer Kasseler Ausgabe . Wolfhagen drücke sich um einen Beitrag für das Tierheim.

Ausgerechnet die Wolfhager sind die einzigen im Altkreis, die einen Kooperationsvertrag mit der Tiernothilfe in Zierenberg abgeschlossen haben. „Wir überweisen jedes Jahr eine Pauschale für die Übernahme unserer Fundkatzen“, erklärt eine Sprecherin aus dem Ordnungsamt. Ein Teil des Geldes werde sogar für Kastrationsprojekte verwendet.

Die Stadt zahle auch Tierarztkosten, wenn ein Hund oder eine Katze verletzt aufgefunden würden. Fundhunde bringt die Stadt Wolfhagen in einer eigenen Notstelle unter. Ärgerlich sei die Äußerung des Tierheimleiters auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Stadt vor der Zusammenarbeit mit der Tiernothilfe das Tierheim Wau-Mau-Insel angeschrieben habe. Der Brief, in dem die Wolfhager fragten, ob die Aufnahme von Fundtieren möglich sei, wäre nie beantwortert worden, so die Sprecherin.

Eine Kommune ist verpflichtet, Tierheimen und Tierschutzvereinen die Verpflegungskosten für gefundene Tiere zu ersetzen. Dies bestätigte im Mai ein aktuelles rechtskräftiges Urteil, an dem das Verwaltungsgericht Gießen und der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel beteiligt waren.

Hund und Katze ohne Herrchen oder Frauchen sind danach rechtlich nicht herrenlos - es handelt sich um Fundtiere. Die meisten Kommunen haben inzwischen reagiert und entsprechende Vereinbarungen mit der Tiernothilfe in Zierenberg oder Tierheimen in der Nachbarschaft getroffen. Die meisten Städte und Gemeinden im Altkreis regeln die Übernahme ihrer Fundtiere durch Spenden oder Fallpauschalen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Kommentare