Preise auf Talfahrt

Katastrophale Situation der Ferkelerzeuger: Züchter bleiben auf Tieren sitzen

Wolfhager Land. „Die Lage der Schweinemäster und Ferkelerzeuger ist richtig bitter“, sagt der Geschäftsführer des Kreis-Bauernverbandes, Reinhard Schulte-Ebbert. Der hessische Bauernverband nennt sie gar „katastrophal“.

Die angespannte wirtschaftliche Situation hat mehrere Gründe: Zum einen sank der schon niedrige Schweinepreis von 1,60 Euro pro Kilogramm vor drei Wochen um sieben Cent. Diesem Rückgang stehen Kostensteigerungen allein beim Futter von mehr als 30 Prozent gegenüber, weil das Getreide teurer geworden ist. Dadurch würden die in den zurückliegenden Jahren eher mageren Betriebsergebnisse zusätzlich verschlechtert, erklärt Friedhelm Schneider, der Präsident des hessischen Bauernverbandes. Als Ursache, warum der Schweinepreis sank, nennt Schulte-Ebbert die Situation auf dem Weltmarkt und die in der Urlaubszeit übliche geringere Nachfrage. Und auch der miese Sommer hat Konsequenzen für die Fleischproduktion. Normalerweise sorgt eine gute Grillsaison für regen Fleischkonsum.

Im Landkreis Kassel gibt es nach Auskunft des Kreisbauernverbandes 30 500 Mastschweine und 3800 Zuchtsauen. Gerade die Ferkelerzeuger müssten sehen, wie sie die klamme Zeit überbrücken, sieht Schulte-Ebbert keine Lösung, ihnen zu helfen. Denn mancher Schweinemäster überlege beim Nachkaufen von Ferkeln, den Bestand zu reduzieren, bis die Preise wieder steigen.

Am Ende der Kette trifft es die Ferkelerzeuger, die ihre Tiere nicht los werden. Mancher Ferkelerzeuger denke darüber nach, die Tiere selbst zu mästen. Soweit das in den Spezialställen möglich sei, so der Geschäftsführer des Bauernverbandes.

Andere Landwirte im Altkreis investieren angesichts der unsicheren Situation in ein weiteres wirtschaftliches Standbein: Biogasanlagen.

Quelle: HNA

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