Mutter und Tochter gaben mehrfachen Betrug zu

Betrug: Mutter und Tochter kauften, ohne bezahlen zu können

Treysa. Eine 48-jährige Mutter und ihre 19 Jahre alte Tochter mussten sich wegen mehrfachen Betruges vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. Die Frauen zeigten sich geständig. Sie räumten ein, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen im Internet eingekauft zu haben.

Während der beiden vergangenen Jahre hatten Mutter und Tochter in neun Fällen per Internet Waren von Versandhäusern bestellt, obwohl sie diese nicht bezahlen konnten. In drei Fällen handelten sie gemeinschaftlich; sechs Fälle gingen auf das Konto der Mutter. Kleidung, Schmuck, Feinkost und Dekoration im Wert von 987 Euro waren an ihre Adresse geliefert worden. Sie wurden größtenteils unter falschem Namen bestellt.

Falsches Klingelschild

Die Mutter benutzte den Namen einer Tante und befestigte diesen auch an ihrer Wohnungsklingel. Die ebenfalls im Altkreis Ziegenhain wohnende Tante erfuhr nach Aussage der Angeklagten erst später von der Tat und half ihrer Nichte, einen Teil der Schulden zu begleichen.

Um ihrem übergewichtigen Sohn zu helfen, meldete die Mutter sich und den Jungen in einem Fitnessstudio an. Da sie zwischenzeitlich 20 Katzen in ihrer Wohnung beherbergt hatte, bestellte sie außerdem zum Aufräumen einen Container für 880 Euro. „Das ist mir peinlich“, sagte die 48-Jährige. Sie erklärte, sie habe sich bereits um eine Therapie bemüht, um ihr Leben in den Griff zu kriegen. Auch habe sie eine Arbeitsstelle in Aussicht.

Bereits in der Vergangenheit war die Angeklagte wegen mehrerer Betrugsfälle zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Aus dieser war sie frühzeitig auf Bewährung entlassen worden. Sie sei noch auf Bewährung, räumte sie ein. „Ich hab mich innerlich damit abgefunden, dass ich ins Gefängnis komm“, sagte sie.

Unter Berücksichtigung des neuen Arbeitsvertrages verurteilte das Gericht die Mutter zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr. Diese wurde zu einer Bewährung von drei Jahren ausgesetzt. Zudem muss die Angeklagte 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und für die Kosten des Verfahrens aufkommen.

„Nutzen Sie die Chance. Es ist Ihre letzte“, sagte der Staatsanwalt. „Ich werde alles daran geben, hier nie wieder sitzen zu müssen“, entgegnete die Angeklagte. Auf ihre noch kindlich wirkende Tochter übte die Mutter laut Jugendgerichtshilfe keine Vorbildfunktion aus. Die vor Gericht wortkarg und verunsichert auftretende 19-Jährige war bis dahin nicht straffällig in Erscheinung getreten. Das Verfahren gegen sie wurde vorläufig eingestellt. Sie muss 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. (zhk)

Quelle: HNA

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