Kaum Gefahr von Gülle aus Biogasanlagen

Schwalm-Eder. Von der Gülle aus den Biogasanlagen im Schwalm-Eder-Kreis geht keine Gefahr für Menschen aus. Dessen ist sich Klaus Wagner sicher. Wagner ist Fachbereichsleiter für nachwachsende Rohstoffe beim Landesbetrieb Landwirtschaft in Bad Hersfeld.

Der Gärrest von Biogasanlagen enthalte weniger Kolibakterien als Rohgülle.

Wagner stützt sich auf Untersuchungen der Universität Hohenheim (bei Stuttgart) und der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft.

In den Biogasanlagen seien bei der Vergärung des Substrats die Kolibakterien zu 99,9 Prozent abgetötet worden. Biogasanlagen waren bei der Suche nach der Ursache und Entstehung des neuen und aggressiven Ehec-Erregers in Verdacht geraten.

Tatsächlich gebe es Risikofaktoren, sagt Wagner. In Biogasanlagen, in denen organischer Abfall (beispielsweise Tierinnereien) vergärt wird, müsste zuvor das Substrat hygienisiert werden. Das heißt, es muss eine Stunde auf mindestens 70 Grad erwärmt werden.

Kritisch zu betrachten sei auch die Gülle von Hähnchenmastanlagen und Legehennenbatterien. „Sollte in so einem Stall ein Tierkadaver in den Mist gelangen, können die hochgiftigen Botulismuskeime entstehen“, sagt Wagner. Für den Gärrest aus Biogasanlagen, die solche Gülle verwerteten, würden daher weitere Auflagen gelten. Er darf nicht auf Weideflächen und Grünland ausgebracht werden. Dies gelte erst recht für die Rohgülle. Unbedenklich sei die Ausbringung auf Ackerflächen, dort werde der Keim abgebaut und gefährde weder die Tiere noch die Pflanzen.

Wie viel Gülle im Landkreis entsteht und wo genau sie ausgebracht oder in Biogasanlagen genutzt wird, ist nicht bekannt. Ein Güllekataster gebe es nicht und sei vom Gesetzgeber auch nicht vorgesehen, heißt es aus der Kreisververwaltung.

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Quelle: HNA

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