Vogelschutz könnte Projekt unrentabel machen – Nur vier Anlagen wären möglich

Kaum Platz für Windpark

Skepsis im Publikum: Den Bau eines weiteren Windparks am Knüllköpfchen hielten einige Bürger für unwahrscheinlich.. Foto: Vorrath/privat

Neukirchen. Der geplante Windpark zwischen Neukirchen und Schwarzenborn ist in Gefahr. Vogelschutzzonen, die nicht mit Windkraftanlagen bebaut werden dürfen, könnten das Projekt an der Gemarkungsgrenze westlich des Knüllköpfchens wirtschaftlich und ökologisch unrentabel machen. Das wurde bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Neukirchener Rathaus deutlich.

„Das verbliebene bebaubare Gebiet ist enttäuschend klein geworden“, sagte Werner Braun, Aufsichtsratvorsitzender der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll.

„Die Investition könnte sich aber lohnen.“

Werner Braun

Zuvor hatte Margit Kahlert vom Büro für Ingenieurbiologie und Landschaftsplanung Witzenhausen erklärt, dass in dem ursprünglich ausgewiesenen Gebiet Nistplätze verschiedener Vogelarten gefunden wurden: „Dort nisten Rotmilane und Uhus.“ Laut Vorgaben des Umweltministeriums dürfen in einem Radius von bis zu eineinhalb Kilometern um diese Nistplätze keine Windkraftanlagen gebaut werden.

Das bedeutet, dass sich die bislang im Flächennutzungsplan ausgewiesene Fläche erheblich verkleinern könnte. Dort hätten dann möglicherweise nur noch bis zu vier Windkraftanlagen Platz. „Ursprünglich haben wir mit acht bis zwölf geplant“, erklärte Braun.

Die präsentierte Fläche ist nicht endgültig. Margit Kahlert: „Ob tatsächlich eineinhalb Kilometer Schutz-Radius nötig sind, müsste jetzt durch Gutachter geprüft werden.“ Wenn man dann genau wisse, wie häufig Vögel das Gebiet überfliegen, könnten die Schutzbereiche genau festgelegt werden.

Die Gutachten dauern jedoch bis zu einem Jahr und verursachen weitere Kosten. „Die Investition könnte sich aber lohnen, da der Knüll mit seiner guten Windhöffigkeit ein optimaler Standort ist“, erläuterte Braun. Sollten jedoch tatsächlich nur vier Anlagen gebaut werden können, müsse ein Bau genau geprüft werden. Denn zu den Baukosten, kämen noch Investitionen für den Anschluss des Windparks an das Stromnetz hinzu. Braun: „Es müsste eine Stromtrasse nach Obergrenzebach gebaut werden.“

Ob sich eine solche Investition für nur vier Anlagen lohnt, ist zu diesem Zeitpunkt fraglich. Zumal für die Errichtung der vier Windräder etwa 2000 Quadratmeter Wald gerodet werden müssten.

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Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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