Konsequenzen bleiben abzuwarten

Kein Baubeginn für Windpark Die Gleiche vor Herbst

Kein Start mehr in den kommenden Wochen: Auch im Immichenhainer Wald sollen sich bald Windräder drehen, doch der Baubeginn wird sich verzögern. Fotos: dpa 1/Archiv 2

Schrecksbach/Ottrau. Der Baubeginn für den Windpark Die Gleiche zwischen Immichenhain und Schrecksbach wird sich verzögern. Vor Herbst wird wohl nicht mit den Arbeiten begonnen.

Das bestätigten die Bürgermeister Andreas Schultheis (Schrecksbach) und Norbert Miltz (Ottrau) gegenüber der HNA. Welche Konsequenzen der verspätete Baubeginn für den Windpark nach sich zieht, bleibt abzuwarten.

Norbert Miltz

Der Plan war, dass bereits im Januar oder Februar mit den Rodungen im Immichenhainer Wald begonnen wird. Im September des vergangenen Jahres hatte die EAM Natur, der Projektierer des Windparks, Antrag auf Genehmigung des Windparks beim Regierungspräsidium Kassel (RP) eingereicht. Doch das RP forderte weitere Papiere an, nämlich Ergänzungen für naturschutzfachliche und forstrechtliche Unterlagen, Kartenmaterial für den Denkmalschutz sowie Unterlagen für die Bauaufsicht des Schwalm-Eder-Kreises. „Dabei handelt es sich um einen normalen Vorgang, der bei Projekten dieser Größenordnung regelmäßig auftritt und nicht um ein Versäumnis der EAM“, teilte Pressesprecher Steffen Schulze mit.

Diese Unterlagen müssen nun geprüft werden, so dass sich der Termin für die Baugenehmigung bis in den Februar oder sogar noch später verschiebt, sagte Norbert Miltz. Der früheste Beginn für die Arbeiten werde dann im Oktober sein. Denn Rodungen sind aus naturschutzrechtlichen Gründen nur bis Ende Februar möglich.

Andreas Schultheis

Mit einem verspäteten Baubeginn verschiebt sich die Inbetriebnahme des Windparks. Die Bürgermeister rechnen derzeit damit, dass die sechs geplanten Windräder nicht vor 2016 ans Netz gehen. „Doch die Einspeisevergütung ändert sich im kommenden Jahr“, sagte Andreas Schultheis. Das heißt der Windpark könnte weniger Ertrag abwerfen, als derzeit angenommen. Dem hält die Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll, die den Windpark betreiben will, entgegen: Es sei mit entsprechender Vorsicht gerechnet und geplant worden, „auch im Blick auf eine eventuelle Verschiebung“, teilte Dr. Brigitte Buhse mit.

Ottrau und Schrecksbach wollen sich an je einem Windrad beteiligen. So müssen die Bürgermeister erst einmal schauen, wie sich Kosten und Einnahmen des Windparks entwickeln. „Danach muss beurteilt werden, ob ein neuer Beschluss der Gemeindevertretungen nötig ist“, sagte Miltz. Sprich: Ob sich eine Beteiligung für die Kommunen noch rechnet.

Für eine Beteiligung der Kommunen soll eine Gesellschaft gegründet werden. Mit den rechtlichen Voraussetzungen beschäftigen sich die Haupt- und Finanzausschüsse der beiden Gemeinden. Ein Vertragsentwurf liegt zur Prüfung beim Städte- und Gemeindebund. So sollen die Bürgermeister Geschäftsführer werden und die Gemeindevertretungen gestärkte Mitbestimmungsrechte erhalten.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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