Durch Fahrplanwechsel des NVV fiel eine wichtige Verbindung zur Schule weg

Kein Bus fährt nach Hause

Sie kämpfen für bessere Busverbindungen: Angelika Schülken (Altendorf), Ira Waterkamp (Zü-schen), Beate John (Heimarshausen), Sandra Schneider (Heimarshausen), Petra Althoff-Melcher (Heimarshausen), Silke Glintzer (Altendorf) und Pia Ritter (Altendorf). Foto: Spanel

Züschen. Schulschluss nach der 10. Stunde, und dann fährt kein Bus nach Hause. Vor dieser Situation stehen seit dem Fahrplanwechsel des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) im Dezember viele Schüler aus Züschen und Heimarshausen, die die Fritzlarer Ursulinenschule besuchen.

Der Grund: Der Bus der Linie 154, der um 16.35 Uhr vom Fritzlarer Busbahnhof fuhr, wurde gestrichen. Pfarrerin Ira Waterkamp aus Züschen schildert das Problem: Als Ersatz soll eine Anrufsammeltaxi (AST) dienen, das jedoch eine halbe Stunde vorher bestellt werden müsste und um 17 Uhr fährt. Vor allem aber würden die Schüler gar nicht alle in ein AST passen, es seien bis zu 28.

Sie gehen früher

Die Schulleitung war laut Waterkamp nicht informiert. In Absprache mit ihr und dem Elternbeirat durften die betroffenen Schüler früher den Unterricht verlassen, um den Bus um 15.49 Uhr zu bekommen. Eine Dauerlösung sei das aber nicht, sagt Waterkamp, denn in der Zeit der Abwesenheit dürfe kein neuer Stoff durchgenommen werden – gerade in Zeiten der verkürzten Schulzeit G8 ein Problem.

Eine Zumutung, finden die besorgten Eltern: „Unsere Kinder haben somit keine Möglichkeit mehr, nach der zehnten Schulstunde nach Hause zu kommen“, sagt Sandra Schneider aus Heimarshausen.

Ein anderer Bus, der in Haddamar und Lohne hält, ist aus Waterkamps Sicht auch keine Lösung, denn zu Fuß sei der Weg für Zehnjährige zu weit. Bleibt nur das Auto, und nicht alle Eltern sind um diese Zeit zuhause und können fahren.

Um die Situation zu verbessern, organisieren die Mütter Unterschriftenaktionen für eine bessere NVV-Busanbindung ihrer Heimatorte. „Wir Eltern werden aktiv – auch mit Briefen an den Landrat und den Bürgermeister“, sagt Waterkamp. Morgens sei die Situation kaum besser: „Die Busse sind hoffnungslos überfüllt und halten manchmal noch nicht einmal mehr an.“ Der NVV arbeite an einer Lösung, sagte Pressesprecherin Sabine Herms auf HNA-Anfrage. Wahrscheinlich werde ein zusätzlicher Bus eingesetzt, allerdings müsse noch über die Linienführung gesprochen werden.

Unklar sei, ob Züschen daran angeschlossen werde. Kompliziert wird es dadurch, dass zwei Landkreise betroffen sind, die jeweils ihren Schülerverkehr regeln und bezahlen. Pressesprecherin Herms rechnet damit, dass innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Entscheidung fällt.

Von Olaf Dellit und Emely Spanel

Quelle: HNA

Kommentare