Urteil zu tödlichem Verkehrsunfall: Kein Fahrverbot für den Todesfahrer

Kassel. Fast zwei Jahre nach einem tödlichen Verkehrsunfall zwischen Wolfhagen und Istha hat das Kasseler Landgericht das Urteil gegen den Verursacher abgemildert. Die Berufungskammer bestätigte am Donnerstagdie zwölfmonatige Bewährungsstrafe, die das Kasseler Amtsgericht im Februar wegen fahrlässiger Tötung sowie dreifacher fahrlässiger Körperverletzung gegen den 43-Jährigen verhängt hatte.

Es hob aber das zusätzlich verhängte dreimonatige Fahrverbot auf.

Der Bundesgerichtshof schreibe vor, dass derlei ergänzende „Besinnungsstrafen“ nur zulässig seien, wenn die Tat noch nicht allzu lange zurück liege, erklärte Richter Dirk Liebermann.

Deshalb sei es mittlerweile für ein Fahrverbot zu spät. Es sei aber auch nicht mehr nötig, um dem Angeklagten, der bis dahin nicht einen einzigen Punkt im Flensburger Verkehrsregister hatte, das „unentschuldbare Maß an Pflichtwidrigkeit“ vor Augen zu führen.

Am frühen Abend des 14. Oktober 2012 war der Mann auf der regennassen Bundesstraße 450 mit 120 Stundenkilometern in eine Linkskurve gefahren und hatte die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Frontal prallte der Golf auf ein entgegegenkommendes Auto. Dessen 51 Jahre alter Fahrer starb später im Krankenhaus, seine Frau und seine beiden Söhne wurden schwer verletzt. (jbk)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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