Gilserberger müssen weiter auf den Ausbau der Straße in Schönstein warten

Kein Gehweg für Kinder

Kein Gehweg: Die Landesstraße durch Schönau ist zwar nun auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt, dennoch sind die Asphaltschäden sowie der fehlende Gehweg eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer, vor allem für die Schulkinder. Foto: Schittelkopp

Schönstein. „Die Autos fahren nun ungefähr 50“, berichtet Ortsvorsteher Friedrich Gatzke. Seit Anfang des Jahres ist die Ortsdurchfahrt in Schönstein eine 30er-Zone. Doch die Erneuerung der Straße lässt noch einige Jahre auf sich warten.

Bereits seit über 20 Jahren kämpft das 146-Seelen-Dorf für den Ausbau der Strecke. Den Anwohner wäre der Bau eines Fußweges dabei am wichtigsten. Denn derzeit haben die Kinder des Oberdorfs einen gefährlichen Fußweg. Rund 500 Meter müssen sie von der Bushaltestelle bis zu ihren Häusern ohne einen Fußweg zurücklegen. Das ist besonders in der Dämmerung eine Gefahr.

Irgendwann reichte es den Eltern: Im Dezember vergangenen Jahres fanden sich die Schönsteiner zu einer Demonstration zusammen. Danach wurde die 30er-Zone eingerichtet. Allerdings mit der Begründung, dass die Straße starke Schäden aufweise und nicht wegen der Gefahr für die Schulkinder.

Nun teilte Gilserbergs Bürgermeister Lothar Vestweber der HNA mit, dass das Hessische Verkehrsministerium die Landesstraße in den Jahren 2013 und 2014 nicht sanieren werde. Als Begründung wird angeben, dass „nicht die erforderliche Dringlichkeit“ gegeben sei. Bei knappen Kassen haben andere Straße erst einmal Vorrang.

Ein Ausbau der Schönsteiner mache umfangreiche Umbaumaßnahmen nötig. So müsste die Gemeinde Land an der Straßenseite ankaufen. Doch die Schönsteiner geben nicht auf: „Wir überlegen, eine zweite Bushaltestelle im Oberdorf einzurichten“, sagt Friedrich Gatzke. Neben dem Dorfgemeinschaftshaus gibt es genügend Platz für die Busse. Dort könnten sie wenden, die Kinder hätten einen kürzeren Weg.

Eine Ortsbesichtigung durch die Verkehrsbetriebe fand bereits statt. Heraus kam, dass eine zweite Haltestelle nur mit erheblichem Kostenaufwand eingerichtet werden könne. Die Entscheidung steht noch aus.

Frühestens in zwei Jahren können die Schönsteiner mit dem Ausbau ihrer Ortsdurchfahrt rechnen. Bis dahin müssen die Knirpse weiterhin an der Straße entlang laufen. Wenn ihnen die Autos entgegen brettern, springen die Kinder zur Seite. Die Gefahr erhöht sich, weil die eine Straßenseite durch eine Hecke gesäumt ist, dort es nur schwer, sich zu schützen. Die Polizei stellt regelmäßig Blitzer in der 30er-Zone auf, um den Verkehr zu drosseln. Doch das löst das Problem nicht.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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