Diakonisches Werk Hofgeismar-Wolfhagen stellt fremdfinanzierte Tanzveranstaltung in Wolfhagen ein

Kein Geld für tanzende Senioren?

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Macht sich für die Tanzveranstaltung stark: Jürgen Attendorn aus Wenigenhasungen möchte, dass Senioren in der Stadthalle weiterhin tanzen können. Er will mit dem Diakonischen Werk ins Gespräch kommen.

Wolfhagen. Jürgen Attendorn aus Wenigenhasungen wundert sich, dass es in der Wolfhager Stadthalle keine Tanzveranstaltung des Diakonischen Werkes mehr gibt. „Die betagten Menschen aus dem Wolfhager Land haben sich darauf immer gefreut“, sagte Attendorn.

Warum es dieses Angebot nun nicht mehr gibt, ist ihm unerklärlich. „Angeblich ist dafür kein Geld mehr da. Und das in so einem reichen Land wie Deutschland“, sagte Attendorn. Dass fehlendes Geld die Ursache für das Einstellen der Veranstaltung ist, bestätigte die Leiterin des Diakonischen Werkes Wolfhagen-Hofgeismar, Angelika Vialon.

Das Projekt sei fremdfinanziert gewesen und nun sei das Geld aufgebraucht. „Es gibt nicht viele Geldgeber, die so etwas unterstützen“, sagte Vialon. In der Regel seien solche Projekte nur für eine bestimmten Zeitraum ausgelegt. Auch in Hofgeismar werde die Veranstaltung eingestellt, wenn das Geld aufgebraucht sei. Man habe nicht gekannt gemacht, dass die Tanzveranstaltung nur für einen gewissen Zeitraum angeboten werde. „Wir mussten ja erst mal sehen, wie es angenommen wird“, sagte Angelika Vialon. Wenn sich neue Sponsoren finden ließen, müsste neu überlegt und kalkuliert werden. „Wenn es eine kostendeckende Geschichte ist, können wir das wieder anbieten“, sagte Vialon. Allerdings sei die Teilnehmerzahl auch rückläufig.

„Das überrascht mich. Wir haben sogar die Stadthalle kostenlos zur Verfügung gestellt.“

Bürgermeister Reinhard Schaake

Überrascht von der Nachricht zeigte sich der Wolfhager Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos). Er habe noch nichts davon gehört, dass es diese Veranstaltung nicht mehr geben solle. „Das überrascht mich wirklich. Die Stadt Wolfhagen hat das von Anfang an unterstützt, und wir haben auch die Stadthalle dafür kostenlos zur Verfügung gestellt“, sagte Schaake. Er selbst habe die Veranstaltung auch schon besucht. „Wenn sich die Leute freuen und gerne dorthin gehen, dann sollte man sich jetzt auch Gedanken darüber machen, wie es weitergehen kann“, sagte Schaake. An ihm beziehungsweise der Stadt Wolfhagen solle es nicht scheitern. „Ich kenne die Kosten für diese Veranstaltung nicht“, sagte Schaake. Vielleicht würde sich ja auch jemand finden, der das Tanzen in Eigenregie anbieten.

Jürgen Attendorn will alles dafür tun, dass diese beliebte Veranstaltung weiterhin stattfinden kann. Deshalb hat er auch schon mit einer Bank gesprochen und im Wolfhager Rathaus nachgefragt. „Manche Menschen sind dort richtig aufgeblüht“, sagte Attendorn, der selbst schon einige Male mit dabei war. Fünf Euro hätte jeder für Getränke bezahlt. Es gab eine Musikanlage und einen Unterhalter, der die eineinhalb Stunden moderiert hat. Immer mittwochs von 15 bis 16.30 Uhr hätte es dort gute Stimmung, Tanz und auch mal Polonaisen gegeben. Damit soll nun Schluss sein.

Quelle: HNA

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