Landkreis Kassel organisiert Veranstaltungsreihe zu sozialer Ausgrenzung

Kein Geld für Klassenfahrten

Hochhaussiedlung: Das Agentur-Foto zeigt einen elfjährigen Jungen aus Köln Ossendorf, einem sozialen Brennpunkt. Sind die Eltern arbeitslos, leiden auch die Kinder. Foto: Archiv

Kreis Kassel. Kein Schulbrot, kein Handy, kein Geld für die Klassenfahrt: Was es heißt, arm zu sein, spüren immer mehr Kinder auf unterschiedliche Art und Weise.

„Nicht-Dazugehören“

Während Hunger sicher als existentiell anzusehen ist, stellt der Verzicht auf materielle Güter wie zum Beispiel ein Handy eher eine Form von sozialer Ausgrenzung dar.

Mit dieser Problematik, diesem Nicht-Dazugehören, beschäftigt sich die Veranstaltungsreihe „Armut hat viele Gesichter“, die der Landkreis Kassel gemeinsam mit den Sozialverbänden im Landkreis konzipiert hat, teilte Vizelandrätin Susanne Selbert jetzt mit.

Alte Menschen auch betroffen

Ab Donnerstag, 23. September, stehen neben betroffenen Kindern, aber auch Alleinerziehende und alte Menschen im Zentrum von Gesprächsrunden, Vorträgen und Situationsbeschreibungen, die sich um die zunehmende Armut und die damit einhergehende mangelnde Teilhabe am gesellschaftlichen Leben drehen.

In Kooperation mit den in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Sozialverbänden im Landkreis Kassel lädt der Landkreis zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Problematik sozialer Ausgrenzung ein.

Da statistisch gesehen Kinder und Jugendliche, aber auch Alleinerziehende besonders häufig betroffen sind, gilt es hier beispielsweise für Rahmenbedingungen zu sorgen, die eine Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbstätigkeit ermöglichen, so Selbert. Aber auch die Einkommens- und Vermögenssituation älterer Menschen gestalte sich zunehmend schwierig. Dieses als Altersarmut bezeichnete Gesellschaftsphänomen trete zudem oftmals verdeckt auf. Gerade alte Menschen könnten sich selbst nur sehr schwer eingestehen, in finanzielle Nöte geraten zu sein. Die Angst, durch die Inanspruchnahme von Hilfe, eigenes Versagen einzugestehen, sei in der Altersgruppe sehr hoch.

Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung will die Veranstaltungsreihe zu mehr Mut aufrufen, gegen die zunehmenden Formen der sozialen Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen vorzugehen. (pve)

HINTERGRUND

Quelle: HNA

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