Im Ausstellungsraum von Bestatter Heinemann - Trend geht vom Sarg zur Urne

Kein Grund zum Fürchten

Warme Farben, kühle Temperatur: Jochen Heinemann (hinten) präsentiert in seinem Ausstellungsraum 14 Sargmodelle und fast dreimal soviele Urnen-Varianten. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Es duftet dezent nach Holz, die Beleuchtung ist unaufdringlich. Warme Farben bestimmen den Ausstellungsraum des Wolfhager Bestattungsunternehmens Heinemann.

Wer beim Betreten des Raums eine Gänsehaut bekommt, muss nicht zwangsläufig zu den sensiblen Naturen zählen, die es beim Anblick der Särge und Urnen schaudert. In Heinemanns Schauraum herrschen um die zwölf Grad. Schwankungen bis zu fünf Grad werden noch toleriert, ansonsten legt man Wert auf konstante Temperaturen - zum Schutz der edlen Erdmöbel. Größere Temperatursprünge, sagt Chef Jochen Heinemann, könnten zu Rissen im Holz führen.

Elegante Erdmöbel

Das Topmodell unter den 14 Schreinerarbeiten im Raum ist aus massivem Mahagoni. „Das ist hier der Ferrari unter den Särgen“, sagt Heinemann anerkennend, und der Vergleich ist gar nicht so abwegig: Das flache, elegante und fast 3000 Euro teure Stück wurde in Italien entworfen und gebaut. „Die Italiener,“ sagt der 47-Jährige, „sind moderner und stellen sich mit ihrer Produktionspalette schneller um“.

Die Klassiker aus Deutschland, in denen zur letzten Ruhe gebettet wird, wirken dagegen rustikaler, kantiger, höher und sind vorzugsweise aus Eiche und auch Fichte. Die Konkurrenz aus dem Süden besticht mit besonderen Hölzern, neben dem Mahagoni-Sarg glänzt ein Exemplar aus Kirschholz mit einzigartiger Maserung.

Vielfalt ist auch bei den Urnen angesagt. Der Fantasie der Gefäß-Gestalter scheint keine Grenzen gesetzt. „Der Trend geht zur Feuerbestattung“, sagt Junior Henning Heinemann. „Die Leute werden moderner“, erklärt der 25-Jährige. Und das spiegele sich auch bei den Asche-Behältern, von denen auch besonders kleine Exemplare in den Vitrinen der Heinemanns stehen. Mit maximal zehn Gramm gefüllt, darf man sie mit nach Hause nehmen.

Besuch von Konfirmanden

Insgesamt werde heute entspannter mit dem Thema Tod umgegangen. Dazu tragen auch Besuche von Konfirmanden- und Schülergruppen im Haus der Heinemanns bei. Jochen Heinemann spricht dann über seinen Beruf, den Ablauf einer Bestattung und beantwortet Fragen. Und er zeigt den jungen Leuten den Ausstellungsraum, das Lager, in denen weitere 40 Särge aller Preisgruppen deponiert sind, die Werkstatt, in der die Innenausstattung der Särge installiert wird, den Aufbahrungsraum.

Locker dürfe es da schon zugehen, aber immer auch pietätvoll. Heinemann: „Probeliegen gibt’s nicht.“

Die Besuche helfen den Jugendlichen auch, unbegründete Ängste abzubauen. „In der Vergangenheit war das alles ein Tabu-Thema“, sagt der Bestatter. „Früher“, erinnert sich Jochen Heinemann, der im Haus auch einen Blumenladen betreibt, „hatten wir Angestellte und Auszubildende, die haben sich nicht mal in die Nähe des Sarglagers getraut.“ Diese Zeiten seien lange vorbei. Lebendiger Adventskalender Wolfhagen: Samstag: 17 Uhr, Treffpunkt Altes Rathaus, Stadtführung mit Märchenprinzessin und Hofdamen (Laterne oder Taschenlampe mitbringen) - Sonntag: 17 Uhr, Marktplatz und Bahnhof, Warten auf das Friedenslicht (evangelische und katholische Kirchengemeinde) Bründersen: Samstag: Tischdeko im Bürgerhaus, Treffpunkt 17.30 Uhr vor der Kirche - Sonntag: Lesezeichen, Treffpunkt 17.30 Uhr vor der Kirche

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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