Familie Treis hat die Schafhaltung aufgegeben

Kein Käse mehr vom Ruhlengut

Preise für Käse: Tim und Judith Treis sind unter anderem für ihren Schäferkäse und Frischkäse-Zubereitungen ausgezeichnet worden. Foto:  Archiv

Neumorschen. Die bäuerliche Landwirtschaft geht weiter auf dem Ruhlengut in Neumorschen – aber ohne Schafe und ohne selbst hergestellten Käse. Ende vergangenen Jahres haben sich Tim und Judith Treis entschlossen, sich von den 70 Muttertieren zu trennen.

Der Grund: Die Kosten stiegen, doch deutlich höhere Preise für den heimischen Bio-Schafkäse hätten die Kunden nicht mitgetragen.

Elf Jahre haben die beiden Diplom-Agraringenieure mit ihrer Schafhaltung und den zahlreichen Schafkäsesorten nicht nur die heimische Landwirtschaft bereichert. Im Hofladen wurden unter anderem die Produkte angeboten und in einzelnen Geschäften. Insbesondere beim Spezialitätenfestival gewann das Ehepaar neue Liebhaber des Käses. Mehrfach erhielten die beiden Preise, etwa für den festen Schäferkäse und die Zubereitungen aus Frischkäse. Zuletzt wurde das Ruhlengut als eine der besten Käsereien Deutschlands von der Gourmet-Zeitschrift „Feinschmecker“ ausgezeichnet.

Doch Auszeichnungen allein sind kein Kriterium für Wirtschaftlichkeit. So haben sich Tim und Judith Treis schweren Herzens von den vierbeinigen Milchlieferanten getrennt und setzen künftig auf Ackerbau.

Hygieneverordnungen und Vorgaben des Veterinäramtes waren zum einen Gründe, die die Kosten in die Höhe trieben. Treis: „Wir haben alle Kriterien bisher erfüllt, aber es wird immer teurer.“

Ein weiterer Punkt sei, so Treis, dass bei einem Bio-Betrieb wegen der artgerechten Fütterung und Haltung die Milchausbeute pro Tier geringer sei als bei konventionell arbeitenden Betrieben. Alles zusammen machte Schafhaltung und Käserei zusehends unrentabel, „und das hätte sich mittelfristig nicht geändert“. (bmn)

Quelle: HNA

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