Dr. Edgar Franke: Bilanz des SPD-Bundestagsabgeordneten nach einem Jahr Berlin

Kein Klamottenterror mehr

Zeit für gemeinsame Hausaufgaben: von links Carmen Abel, Kira (11), Lea (14) und Edgar Franke am Esstisch. Wenn Franke zu Hause arbeitet, hat er Zeit für die Familie. Foto: Dewert

Schwalm-Eder. Mehr Geld verdient Dr. Edgar Franke als SPD-Bundestagsabgeordneter nicht. Jedenfalls bleibt im Vergleich zu seinem Bürgermeistergehalt nicht mehr übrig.

Von den mehr als 11 000 Euro (Gehalt und Aufwandpauschale) als Bundestagsabgeordneter zahlt er fast 5000 Euro für Parteiabgaben, Miete der Wahlkreisbüros, Personalkosten und und ...

„Nicht zu vergessen die Shoppingtouren in Berlin“, wirft Edgar Frankes Frau Carmen Abel ein. Die Töchter kommentieren das mit einem Grinsen.

Seit gut einem Jahr vertritt er den Wahlkreis 171 für die SPD in Berlin.

„Drei Frauen können richtig anstrengend sein.“

Dr. Edgar Franke

Glücklicher ist Franke in der Hauptstadt aber trotzdem. „Die Zeit als Bürgermeister in Gudensberg war großartig. Nach zehn Jahren war ich aber an einem Punkt, etwas Neues machen zu wollen“, sagt der 50-jährige Jurist.

Für die Töchter Kira (11) und Lea (14) hat sich indes nicht soviel verändert: „Edgar war ja auch als Bürgermeister viel unterwegs. Außerdem ist er jetzt häufiger auch mal tagsüber da“, sagt Kira. „Und wir sind etwas aus der öffentlichen Wahrnehmung raus, das ist klasse“, ergänzt Lea. Denn Edgar Frankes Alltag spielt sich sowohl in Berlin als auch in Gudensberg ab.

Eine Woche Hauptstadt, eine Woche im Wahlkreis: Das bedeutet auch mehr Zeit für die Familie, denn sein Büro hat er zu Hause. „Ich kann ihm jetzt auch mal einen Einkaufszettel da lassen“, sagt Carmen Abel. Das sei früher nicht so gut gegangen. „Sehen Sie, die Woche im Wahlkreis ist alles andere als Urlaub“, wirft Franke ein. „Ich bin richtig froh, wenn ich in Berlin für eine Woche dem morgendlichen Klamottenterror entkomme. Drei Frauen können richtig anstrengend sein.“

Das sagt einer, der in Berlin richtig was zu tun hat. Dort hat er sich von einem Hinterbänkler in den ersten Monaten schon mal in den Vordergrund geredet. Franke sitzt im Rechts- und im Gesundheitsausschuss, hatte Redebeiträge im Bundestag und hat Gesetzesentwürfe konzipiert und vorgestellt. „Für mich war in Berlin alles neu. Man fängt quasi bei null an.“

Eher mehr Abendtermine

Die Abendtermine sind auch eher mehr geworden. Statt der Einweihung eines Feuerwehrgerätehauses sitzt er beim AOK-Bundesempfang im Gebäude der Parlamentarischen Gesellschaft.

Immer an seiner Seite sein Mitarbeiter Onno Wulf. Und wenn es mal einen Abend ohne Termine gibt, trinkt er ein Bier mit Toni Schaaf. Der SPD-Abgeordnete aus Mülheim an der Ruhr sei so etwas wie ein Freund geworden. „Schaaf ist kernig und geht geradeaus durchs Leben.“ Die Berliner-Szene sei doch eher abgehoben. Das ist Edgars Sache nicht.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Kommentare