Übungsgelände Hellenwarte darf nicht betreten werden

Kein Platz für Ausflügler

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Betreten für Zivilisten verboten: So schön das Ausflugsziel Hellenwarte (im Hintergrund) bei Fritzlar auch sein mag, es gehört zum militärischen Sicherheitsbereich der Bundeswehr. Deshalb warnt die Bundeswehr auch vor dem Betreten, betonen von links Standortfeldwebel Horst Möller und Major Christian Börenz.

Fritzlar. Die Hellenwarte bei Fritzlar könnte ein schönes Ausflugsziel an den kommenden Feiertagen sein. Doch das Betreten des Geländes - durch das ein fast schon einladend anmutender Schotterweg führt - ist aus Sicherheitsgründen verboten. Es handelt sich um ein Übungsgelände der Fritzlarer Bundeswehr.

Das Betreten könnte sogar gefährlich sein, sagt Standortfeldwebel Horst Möller. Passiert sei bislang zum Glück noch nichts, fügt er an. Doch heiße das Gelände nicht nur Übungsplatz, es werde natürlich auch als solcher genutzt. Deshalb könne man nicht ausschließen, dass in dem Areal Munitionsreste und Blindgänger herumliegen. Die Soldaten seien zwar gehalten, ihre Munition zu entsorgen, doch seien die olivgrünen Patronen auf dem Waldboden nicht leicht zu finden. „Tritt man darauf, besteht keine große Gefahr“, beruhigt Möller. Viel Schwarzpulver befinde sich nicht in der Übungsmunition.

Anders sehe das bei Blindgängern von sogenannten Nebelmitteln aus. „Solche Granaten enthalten Phosphor und es kann zu Verbrennungen kommen, wenn man sie berührt“, sagt Major Christian Börenz. Eine weitere Gefahr drohe auf dem Gelände: „Die Soldaten graben dort mitunter auch Mulden und Gruben. Fußgänger könnten in eines der Löcher treten uns sich verletzen“, erklärt Möller.

Panzer im Eiltempo 

Und: Auf dem Gelände sind die Soldaten nicht nur zu Fuß im Einsatz, auch gepanzerte Fahrzeuge seien immer mal wieder unterwegs. „Manchmal auch im Eiltempo, das ist eine weitere Gefahr“, so Börenz. Sogar Hubschrauber würden dort Landungen proben.

Zur Vorsicht sei also gleich aus mehreren Gründen geraten. Deshalb seien rund um das riesige Gelände zahlreiche Schilder aufgestellt, die auf den Bereich des Standortübungsplatzes hinweisen und zudem darauf aufmerksam machen, dass unbefugtes Betreten strafrechtlich verfolgt wird. „Die Bundeswehr hat das Hausrecht und wer sich unerlaubt im Gelände aufhält, begeht Hausfriedensbruch. Wir halten Spaziergänger an, nehmen Personalien auf und verwarnen sie“, sagt Möller. Eine Handlung, die Wirkung zeigt. „Bislang gab es keine Wiederholungstäter“, betont er. Sollte man einen ertappen, dann drohe ihm eine Strafe von bis zu 1000 Euro.

Tretminen stinken 

Mehr als unangenehm sei es übrigens, so Börenz, wenn die Soldaten im Übungsbetrieb über den Waldboden robben und dabei durch Tretminen krabbeln müssten. Auch das komme immer wieder vor, weil Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht entsorgten.

Einen Tipp haben Möller und Börenz zur Güte für die Wanderfreunde: „Die Kasseler Warte war einst auch Bundeswehrgelände und ist heute ein Naherholungsgebiet, dort kann man gefahrlos spazieren gehen.“

Die Hellenwarte - ein ehemaliger Wachturm Fritzlars -, gleich am Eingang zum Übungsgelände, dürften Kindergarten- und Wandergruppen auch mal besuchen - „aber nur mit Anmeldung und Zustimmung der Bundeswehr“, betont Möller.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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