(K)ein Platz für die Kickers: Wolfhagens Fußballverein sucht Platz

Sieht mit Sorge dem nächsten Spieltag entgegen: der Vorsitzende der Kickers Wolfhagen, Niyazi Karahan, auf dem Viesebecker Sportplatz. Hier gibt es keine Linien, Duschen, Strom. Die Tornetze sind desolat. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Fußball wollen sie spielen, die Kickers Wolfhagen. „Aber derzeit spielen die mit uns Pingpong", sagt Vereinsvorsitzender Niyazi Karahan und meint damit vor allem die Wolfhager Stadtverwaltung.

Die Kickers bestreiten ihre erste Saison, stehen aktuell in der Kreisklasse C Hofgeismar/Wolfhagen auf Rang drei. An begeisterten Spielern fehlt es nicht, allein 40, sagt Karahan, kommen zweimal pro Woche aus der Flüchtlingsunterkunft in der Wolfhager Pommernanlage zum Training. Oder besser: Mitglieder des Vereins fahren sie. Dazu kommen Spieler mit deutschen, türkischen und russischen Wurzeln. Woran es der Multikulti-Truppe mangelt: an einem brauchbaren Platz. Und da kommt der von Karahan beklagte Pingpong-Effekt ins Spiel.

Gesperrte Spielflächen

Für die Spiele der Hinrunde war der Mannschaft der Sportplatz Istha von der Stadt zugewiesen worden. Die Fußballer dort, sagt Karahan, seien „sehr kooperativ und sehr kollegial“ gewesen. Dafür sei man ihnen auch besonders dankbar. Der Plan der Stadt habe nun für die Rückrunde vorgesehen, dass die Kickers im Stadtteil Bründersen auflaufen. Der Platz sei aber derzeit gesperrt, ebenso inzwischen die Sportplätze in Istha, Ippinghausen und Altenhasungen. Voraussichtlich bis Ende April/Anfang Mai. Vermutlich aus Gründen der Pflege für das Grün.

Der Spielbetrieb laufe aber weiter. Am Sonntag hat Karahans junger Verein das nächste Pflichtspiel. Fragt sich nur, wo. „Nun wurde uns von der Stadt der Platz in Viesebeck zugeteilt.“ Ein Platz mit zerfetzten Tornetzen, fehlenden Linien. Auf einem luftigen Hang gelegen. Bälle, die ins Seitenaus fliegen, finde man erst nach ausgiebigem Suchen bergabwärts. Duschen und ein Stromanschluss seien nicht vorhanden. Zum Duschen könne man das örtliche Feuerwehrhaus nutzen.

Es sei ein Platz, auf dem man trainieren könne. Aber ohne Linien und vernünftige Netze, befürchtet Karahan, werde am Sonntag der Schiedsrichter das Spiel nicht anpfeifen und die Punkte dem Gegner zuschlagen.

„Der Verein ist gefährdet.“

Alternativ sei den Kickers der Bolzplatz der früheren Kaserne in der Pommernanlage angeboten worden. „Ein Acker, hart wie Beton“, sagt der Vorsitzende. Einziger Vorteil: Die Flüchtlinge im Verein hätten es nicht weit.

Dann sei seitens der Stadt der Vorschlag gekommen, die letzten vier Heimspiele im Liemecke-Stadion auszutragen. Das würde deswegen auch gut passen, so Niyazi Karahan, weil der Hausherr, der FSV just an diesem Terminen auswärts anzutreten habe. Vom FSV sei aber prompt eine Absage gekommen.

Für Karahan geht es mittlerweile um mehr als nur darum, die Spielserie sauber zu Ende zu bringen: „Der Verein ist gefährdet. Wir verlieren Spieler wegen dieser Situation.“ 

Das sagt der Wolfhager Bürgermeister Reinhard Schaake:

Der Wolfhager Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) hält das Problem mit dem Platz in Viesebeck für lösbar.

Der Platz sei zwar nicht der größte. Der FSV Wolfhagen nutze den Rasenplatz aber bis heute für Training und Meisterschaftsspiele im Jugendbereich. Der Verein habe seit seiner Gründung wie jeder andere Fußballverein Spiel- und Trainingsmöglichkeiten erhalten. Für das Spiel am Wochenende könnten die Kickers auf den Platz in Istha ausweichen.

„Für die restlichen drei Saisonspiele steht den Kickers Wolfhagen wie angekündigt der Rasenplatz in Viesebeck oder der Hartplatz in Wolfhagen zur Verfügung“, sagt Schaake.

Außerdem werde der Rasenplatz der Pommernanlage aufbereitet, sodass er von August an zur Verfügung stehe. (chm)

Quelle: HNA

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