Komiker und Musiker Heinz Gröning spielte in Fritzlar die „Nummer Heinz Hits“

Kein Vorbild für Robbie

Wollte schon immer Liedermacher und Sexsymbol werden: Der unglaubliche Heinz bei seinem Auftritt im Fritzlarer Soldatenheim. Foto: Mangold

Fritzlar. Diese Reise in die Vergangenheit war sehr vergnüglich: Der Komiker Heinz Gröning machte sein Publikum im Fritzlarer Soldatenheim mit seiner musikalischen Jugend vertraut.

In seinem Programm „Scheiß drauf, eigentlich bin ich Liedermacher“ zeigte Gröning seine persönliche Entwicklung auf – und machte dabei deutlich, warum aus ihm am Ende doch kein Vorbild für Robbie Williams geworden ist. „Dabei wollte ich doch immer Popstar werden oder wenigstens staatlich anerkanntes Sexsymbol. Jetzt stehe ich hier und was ist aus mir geworden? Genau, beides“, sagte der unglaubliche Heinz, dessen Name in Anlehnung an die Comicfigur „Der unglaubliche Hulk“ entstanden ist.

Er erinnerte sich an seine Pubertät, in der sich die Frauen in seiner Wahrnehmung plötzlich verändert hätten – sie wurden vom Tier zum Gegenstand: „Erst waren sie blöde Gänse oder dumme Kühe, dann wurden sie zu Keulen, Perlen und Schnallen – da bin ich nicht mit klar gekommen“ scherzte er im Kölner Dialekt.

Heinz Gröning singt über Dinge, über die man sonst nicht spricht, gerne auch, wenn sie unterhalb der Gürtellinie angesiedelt sind. So amüsierte er sein Publikum mit Liedern wie „Als ich zum ersten Mal eine Latte hatte“. Auf die Bitte, dass doch die, die sich mt dem Thema auskennen, ein Handzeichen geben sollten, stellte er eine schwache Beteiligung in Fritzlar fest.

Ein sensibler Laster-Poet

Seine Coverversionen sorgten für große Heiterkeit. So wurde Julio Iglesias Hit „Amor“ in Grönings Version zum Ohrwurm „Am Moor, am Moor, am Moor, kann man versinken, Irrlichter blinken, am Moor“. Mit witzigen Betrachtungen über die Rollenverteilung mit dem Refrain „Wir sind alle Opfer unserer geschlechtsspezifischen Erziehung“ merkte er die Nachteile des Reinemachens an: „Putzen zerstört Lebensraum, das ist chemischer Massenmord.“

Der unglaubliche Heinz, „ein sensibler Poet, gefangen im Körper eines zu stark behaarten Lastwagenfahrers“, sang auch über die Liebe und das Leben: „Du hast Feuer im Blut und ich hab Antriebsarmut“. Schwung kam in den ruhigen Heinz, als er mit einem erotischen Tanz zeigte, wie er sich seiner Gitarre nähert und sie langsam umhängt: Viele Frauen, so seine Vermutung, kämen nur deshalb in seine Show.

Die „Nummer Heinz Hits“ kamen bei den 150 Gästen gut an: „Ich hab schon lange nicht mehr so gelacht“, meinte Sebastian Schünicke aus Bad Wildungen.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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