Schüler der Ohetalschule bringen Älteren die Arbeit mit dem Computer bei

Keine Angst vor der Maus

Altersunterschied: 50 Jahre sind es zwischen Walter Bachmann (links) und Oliver Lange, aber trotzdem verstehen sie sich gut. Der Junior geht geduldig auf die Fragen des Seniors ein.

verna. Walter Bachmann hat seit einem Jahr einen eigenen Laptop. Er will damit Einladungs- und Geburtstagskarten schreiben, sagt der 65-jährige Siebersthäuser. „Mit dem Textverarbeitungsprogramm Open Office“, ergänzt sein Mentor, der 15-Jährige Oliver Lange. Beide nehmen an dem Projekt Fit am Computer und Laptop an der Ohetalschule im Frielendorfer Ortsteil Verna teil. Dabei bringen Schüler Senioren die Arbeit den Umgang mit dem Computer bei. Einmal in der Woche trifft sich die Gruppe zum eineinhalbstündigen Kurs in den Computerräumen der Schule.

Ein Gewinn für beide Seiten

Für beide Seiten, Schüler wie Senioren, sei es ein Gewinn: „Die Schüler müssen sich in die Anfänger reinversetzen und überlegen, was erkläre ich in welcher Reihenfolge. Dadurch verfestigen sie auch ihr eigenes Wissen“, sagt Jürgen Müller, IT-Beauftragter der Schule und Betreuer des Computerkurses.

Für die einen, wie Bachmann, geht es um die Grundlagen: Oliver Lange hat mit ihm eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Andere sind schon weiter. „Wir haben auch Fortgeschrittene dabei, die Bildbearbeitung lernen wollen“, berichtet Müller.

Drei Treffen haben stattgefunden, drei weitere sollen folgen. Aber da die Nachfrage bei der Seniorenbeauftragten von Frielendorf, Anita Heilemann, weiterhin groß sei, gibt es Überlegungen den Kurs nach den Osterferien weiterzuführen. Die Idee, dass Senioren von Jugendlichen den Computer erklärt bekommen, ist nicht neu. Vor einigen Jahren gab es ein ähnliches Projekt. „Es gelang gut, aber wir haben auch gemerkt, dass die Senioren noch Ängste haben. Auch gab es Nachfragen, wann es mit einem nächsten Kurs weitergeht“, berichtet die Seniorenbeauftragte Anita Heilemann. Dann sei die Idee gekommen, das Projekt mit Schülern zu wiederholen.

Neu sei die Eins-zu-Eins-Betreuung, und dass die Senioren mit eigenen Laptops arbeiten. „Wichtig ist die individuelle Betreuung, die Teilnehmer müssen keine Angst haben, Fragen zu stellen“, Schulleiter Karl-Werner Reinbold.

Jan-Luca Kozilek betreut an diesem Tag ausnahmsweise zwei Teilnehmer. Sein Motiv, am Kurs mitzumachen: „Mir macht es Spaß, anderen den Computer zu erklären“, sagt der 14-jährigen Neuntklässler.

Austausch am Laptop

Heike Mittendorf und Hans-Joachim Richter sitzen neben dem Schüler und lauschen wissbegierig. Er wolle vor allem lernen, wie er sich am Laptop mit seinen Kindern austauschen kann, sagt der 70-Jährige Wasenberger. „Meine Kinder und Enkel leben in Hannover.“ Die Frielendorferin Heike Mittendorf will an ihrem neuen Laptop vor allem viel über Word lernen. „Sonst arbeitet ich am PC meines Mannes, aber jetzt wollte ich nicht mehr warten“, sagt die 60-Jährige. Am Ende des Schuljahres erhalten die Schüler ein Zertifikat für ihr Engagement.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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