Kinder lernten, worauf des beim Umgang mit Hunden ankommt

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So wird’s gemacht: Vorsichtig nähert sich Marie dem Kraftprotz Nelson und lässt ihn erst einmal schnüffeln. Links passt Hundetrainerin Katja Eichel auf. 

Oberlistingen. Oberlistingens Regenbogenkinder sind auf den Hund gekommen - und fühlen sich dabei auch noch pudelwohl. Wie tickt der treueste Freund des Menschen, wie verstehe ich seine Sprache und wie verstehen wir uns ohne unangenehme Missverständnisse?

Die wichtigsten Antworten kennen jetzt alle Gruppen des gemeindlichen Kindergartens nach einem achtwöchigen Projekt von und mit Erzieherin Daniela Hütter.

Weil Hunde zum Alltag von Kindern gehören - in den eigenen Familien, bei Freunden oder draußen auf der Straße - sollten ihnen mögliche Ängste genommen und der richtige Umgang mit Bello, Blitz und Tessa nähergebracht werden.

Viel gab es zu lernen: dass alle Hunde unterschiedlich sind, dass sie anders denken als Menschen, worauf beim Spielen mit einem Hund zu achten ist, wie man sich verhält bei Angst, wie man auf einen Hund zugeht, dass es Situationen gibt, in denen ein Hund nicht gestört werden darf.

Da wurde zum Thema auch gemalt, gebastelt, gespielt und Vorlesegeschichten gelauscht. Fotos von eigenen Hunden oder solchen aus der Verwandtschaft zieren Kindergartenwände. Eine Plüschhundeausstellung war die Idee der Kinder. Ausflüge mit dem Hund von Daniela Hütter boten Gelegenheit, erlernte Theorie in die Praxis umzusetzen. Selbst der Besuch einer Volkmarser Tierarztpraxis fehlte nicht.

Und das Spannendste kam zum Schluss: Hundetrainerin Katja Eichel, Inhaberin der Hundeschule Wolfhagen, schickte ihre vierbeinigen Freunde Bluna, Olli und Nelson für einen Tag in den Kindergarten Regenbogen, blieb aber immer an ihrer Seite. Ein junges französisches Bulldoggenmädchen, ein sanfter Mischlingsriese und ein verschmuster Rottweiler-Kraftprotz nahmen nacheinander, stets angeleint, ihren Platz ein inmitten des Stuhlkreises aus erwartungsvollen Kindern.

Die schauten sich Lunas Gebiss ganz genau an, ließen sich von Olli Pfötchen geben und streicheln den dicken Nelson, der davon einfach nicht genug bekommen konnte. Jan, beeindruckt von dem 50-Kilo-Koloss, kommentiert den Auftritt des Rottweilers: „Der sieht ja richtig geil aus.“ Und Julia findet seine Sucht nach Streicheleinheiten „total süß“.

Die wenigsten Kinder zeigen Scheu vor diesen neuen Kameraden für ein paar Stunden. Nur ein kleiner Junge bricht vorübergehend in Tränen aus: Die Hunde sind ja okay, aber Bellen ist nun mal nichts für seine jungen empfindlichen Ohren. Die gut erzogenen Gäste nehmen Rücksicht und verhalten sich mucksmäuschenstill.

Als die Kinder mit gewaschenen Händen in die Frühstückspause entschwinden, kehrt Nathaniel noch einmal zu Nelson zurück und wirft ihm eine seiner Apfelspalten vor die Pfoten. Unter Freunden teilt man eben gern.

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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