Das Lebendige Bienenmuseum Knüllwald stellt Bienen, Wespen und Hornissen vor

Keine Angst vorm Stachel

Flieg, Bienchen, flieg: Hans-Joachim Flügel vom Verein Lebendiges Bienenmuseum setzt sich für den Schutz der Bienen ein und will Menschen die Angst davor nehmen. Fotos: Nieswandt

Niederbeisheim. Es summt und brummt, und viele fleißige Bienen produzieren ihren Honig. Im Lebendigen Bienenmuseum in Niederbeisheim kann man sie dabei beobachten und auch selbst Honig schleudern. Betrieben wird das Museum vom gleichnamigen Verein, der im Jahr 2011 gegründet wurde.

„Wir möchten mit dem Museum den Menschen die Angst vor Bienen, Wespen und Hornissen nehmen und ihnen die Natur näherbringen“, erklärt Hans-Joachim Flügel, Gründer des Vereines. Sein ganzes Herzblut steckt in der Aufzucht der Bienen. Seine Frau ist Imkerin, er Biologe.

Neben dem Museum die beiden nämlich auch für das Umsiedeln von Wespen- oder Hornissennestern zuständig. Die Liebe für die kleinen Flügeltierchen hat er so weitergegeben, dass Menschen sogar aus Rücksicht ihr Haus verlassen. „Ein Mann hatte ein Hornissennest in der Wohnung. So lange sie dort waren, hat er bei Verwandten gewohnt, damit er sie nicht stört“, sagt Flügel.

Da die beiden kein herkömmliches Museum aufbauen wollten, entstand die Idee für eines mit lebendigen Tieren. Vorher hätten sie in Berlin gelebt, aber durch Reisen haben sie eine so große Anzahl an Exponaten gesammelt, dass ein größeres Haus her musste. Die Wahl fiel auf Niederbeisheim, wo sich Flügel zusammen mit seiner Frau Erika Geiseler einen Ruhepol aufgebaut hat: kleine Wege führen durch üppige Vegetation, Blumen und sogar einen kleinen Teich.

Ein Ort der Idylle

Dazwischen stehen die Behausungen der Bienen, 15 Stück sind es. Jede beherbergt ein Bienenvolk, welchem im Winter zwischen 5000 und 10 000, im Sommer bis zu 80 000 Bienen angehören.

„Das Besondere an unserem Verein ist, dass Besucher alles anfassen dürfen. Wir erzählen ihnen dann zu Dingen, die sie interessieren, eine Geschichte“, so Flügel. Dies kann zum Beispiel eine Bienenbeute, die Behausung der Bienen im Fachjargon, aus dem fernen Ägypten sein oder auch eine heimische Blume. Die Führungen für Kindergärten und Schulklassen dauern bis zu fünf Stunden, die für Erwachsene variieren. 1842 verschiedene Tierarten hat der Biologe bereits auf seinem Grundstück gezählt. Damit diese sich wohlfühlen, hat der Verein Sandboden aufgeschüttet, da eine Bienensorte sich nur auf diesem Untergrund wohlfühlt. „Wir bieten Vorträge an, bei denen die Besucher die Unterschiede zwischen den Wespen- und Bienenarten erläutert bekommen“, sagt Flügel. Daneben erscheint monatlich das Vereinsheftchen Lebbimuk, welches neben Bienen immer auch ein überregionales Naturthema behandelt. Der Name leitet sich vom Lebendigen Bienenmuseum Knüllwald ab. • Kontakt: Lebendiges Bienenmuseum, Beiseförther Straße 12, Knüllwald, Tel. 05685/499, und www.lebendiges-bienenmuseum. de. Öffnungszeiten: nach telefonischer Absprache.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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