Keine Chance für Blutsauger

Interview: Richtige Kleidung und Cremes sind der beste Schutz vor Mücken

+
Plagegeister: Mücken sind abend- und nachtaktiv. Dann sind sie besonders stechwütig.

Felsberg. Ein lauer Sommerabend im Freien kann unangenehme Folgen haben. Denn dann sind Stechmücken besonders aktiv. Wie man sich vor Stichen schützen kann, und welche Mittel am besten gegen Juckreiz und Schwellungen helfen, erklärt der Felsberger Allgemeinmediziner Dr. Meinhard Rudolff.

Herr Dr. Rudolff, was kann man tun, um sich vor Mückenstichen zu schützen? 

Dr. Meinhard Rudolff: Mücken sind abend- und nachtaktiv. Wenn man zu diesen Zeiten draußen ist, sollte man viel Haut bedecken - am besten mit weiter Kleidung. Denn durch enganliegende Stoffe können Mücken durchstechen. Auch helle Farben sind empfehlenswert, da Insekten dunkle Kleidung bevorzugen.

Was bringen Hautcremes und Sprays, die Mücken abwehren sollen? 

Rudolff: Im Handel sind viele solcher Produkte erhältlich und auch empfehlenswert. Sie enthalten Substanzen, die Mücken abwehren und wirken über Stunden zuverlässig.

Wie kann ich mein Zuhause mückensicher machen? 

Dr. Meinhard Rudolff

Rudolff: Wer gern bei offenem Fenster schläft, sollte ein Mückenschutzgitter installieren. Mücken wittern CO2, das beim Ausatmen abgegeben wird - und finden so den Weg ins Schlafzimmer. Hilfreich ist auch eine gute Klimatisierung der Räume. Mücken fliegen nur selten vom Warmen ins Kalte. Von Verdampfungsgeräten mit chemischen Mitteln würde ich dagegen allerdings abraten, denn sie können sich auch auf die Gesundheit des Menschen negativ auswirken.

Was kann man tun, wenn die Mücke doch gestochen hat? 

Rudolff: Mückenstiche können Schwellungen und Juckreiz auslösen. In der Regel sind diese Reaktionen harmlos. Hilfreich ist das Kühlen der betroffenen Hautstelle. Auch ein kühlendes Gel, das es bei Bedarf mit leichtem Kortison-Anteil gibt, ist sinnvoll.

Wespenstiche sind um einiges gefährlicher. Wie kann man sie vermeiden?

Rudolff: Wespen und Bienen stechen - im Gegensatz zu Mücken - nur dann, wenn sie sich angegriffen fühlen. Panische Reaktionen und wilde Bewegungen sollten deshalb bei diesen Tieren unbedingt vermieden werden. Ruhe ist also das beste Rezept.

Viele Menschen reagieren heftig auf Wespen- oder Bienenstiche. Was muss man also im Falle eines Stichs beachten?

Rudolff: Ein schnelles und konsequentes Kühlen der betroffenen Hautstelle ist wichtig. Bei einem Stich an Hals oder Kopf empfehle ich, einen Arzt aufzusuchen. Denn Schwellungen können in diesem Bereich, in dem Blut- und Lymphbahnen verlaufen, gefährlich sein. Wird ein Allergiker gestochen, kann schnelles Handeln lebensrettend sein: Dann sollte umgehend ein Notarzt alarmiert werden. Oft haben Allergiker für solche Fälle Medikamente dabei, die einen allergischen Schock verhindern können.

Von Pamela de Filippo

Quelle: HNA

Kommentare