Autobahnzubringer kreuzt Wanderweg: Verein legte Strecke des Elisabethwegs um

Keine Gefahr für Pilger

Beim Aufstellen: Renate Spanknebel und der Wegewart des Vereins Elisabethpfad Dietrich Schewe mit Herwig Honus, Geschäftsführer Eingliederungshilfe Marburg. Foto: Schittelkopp

Schwalmstadt. Seit fünf Jahren führt der Elisabethweg von Eisenach nach Marburg auch in Treysa entlang. Nach Hephata liefen die Pilger über Felder zu den Biedebacher Teichen. Seit kurzem kreuzt der Autobahnzubringer den Pilgerweg jedoch. Der Verein Elisabethpfad sah sich gezwungen, den Pfad zu verlegen.

Entlang einer ehemaligen Handelstraße laufen die Pilger nach einer Übernachtung im Bienenkorb von Hephata, einer Pilgerunterkunft weiter. Sie führte der Weg am Ärztehaus entlang über die Felder zu den Biedebacher Teichen Richtung Frankenhain und von dort nach Momberg weiter.

Dieser Weg ist nun durch den Autobahnzubringer abgeschnitten. „Ihn zu überqueren, wäre viel zu gefährlich“, sagte Renate Spanknebel, Ansprechpartnerin des Vereins Elisabethpfad in Schwalmstadt. Die Mitglieder entschlossen sich, den Weg zu verlegen.

Kein Geld vom Land

Der Pilgerweg führt nun zukünftig von Hephata zur Bundesstraße an der alten Molkerei hinunter und dann entlang der Straße. 600 Euro brachte der Verein Elisabethpfad auf, um neue Schilder und Hinweise aufzustellen. Die hölzernen Wegemarkierungen fertigte die Eingliederungshilfe Marburg, dort leisten Straftäter ihre Sozialstunden ab. Unzufrieden zeigte sich Wegewart Dietrich Schewe, dass Hessen Mobil die Kosten für die vier neuen Schilder nicht übernehmen wollte. Bei den Kosten für den Bau der Autobahn sei dieser Betrag doch kein großer Posten.

Forderungen an die Stadt

Die Vereinsmitglieder fordern nun Schwalmstadt zum Handeln auf, um auch weiterhin für die Sicherheit der Pilger zu sorgen. „Ein Fahrradweg sollen kommen“, sagte Schewe, auf diesen Wegen neben der Bundesstraße sollen auch die Pilger laufen können. Die Stadt wird aufgefordert für bessere Sicht die Randwege zu mähen. Außerdem soll auf dem Autobahnzubringer die Tempobegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde bestehen bleiben und Warnschilder Achtung Fußgänger aufgestellt werden.

Wieviele Pilger den Weg nutzen, darüber hat der Verein, der die Pfade anlegte und pflegte, keine Zahlen. „Doch Pilger laufen den direkten Weg der alten Routen“, erklärte der Wegewart, so sei kein weiterer Umweg für die Strecke in Frage gekommen. An den Biedebacher Teichen angekommen folgen die Pilger der alten Ausschilderung nach Momberg. Auf dem Elisabethpfad führt gleichzeitig ein Teil des Jakobsweges entlang.

www.elisabethpfad.de

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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