Zahlen steigen um 30 Prozent – 1000 Flüchtlinge zum Jahresende

Keine Plätze mehr für Asylbewerber im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Der Platz für Flüchtlinge wird knapp. Etwa 1000 Flüchtlinge werden am Jahresende im Schwalm-Eder-Kreis leben. Derzeit sind es 730 Asylbewerber, heißt es vom Landkreis.

Die Zahlen steigen signifikant an: Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, setzte sich damit die seit 2010 zu beobachtende Zunahme von Asylbewerbern fort. So gab es 2013 30 Prozent mehr Asylbewerber als 2012 in Hessen.

„Wir suchen händeringend nach Wohnungen und größeren Einheiten für die Menschen“, sagt Michael Schneider, Büroleiter beim Landkreis. Derzeit gebe es Gemeinschaftsunterkünfte in Schwarzenborn (149 Bewohner), Schwalmstadt (119) und Homberg (153), dort seien die Kapazitätsgrenzen erreicht. Im Altkreis Melsungen fehlen bisher geeignete Gebäude für eine Sammelunterkunft.

Noch gravierender sei indes, dass die Menschen maximal ein Jahr in den Gemeinschaftsunterkünften bleiben sollen. Es fehle jedoch auch an Wohnungen und anderen Unterbringungsmöglichkeiten, sagt Schneider. Er appelliert daher dringend an alle Eigentümer, geeignete Leerstände zu melden.

Wegen des Missverhältnisses (Süd-Nord-Gefälle) im Landkreis suche man dringend im Altkreis Melsungen.

„Die Integration der Menschen gelingt viel besser, wenn sie aus den großen Gemeinschaftunterkünften umziehen können“, sagt Schneider. Der Kreis bemühe sich, auf Ethnien, Religionszugehörigkeit und familiäre Verbindungen Rücksicht zu nehmen. Gerade in den Gemeinschaftsunterkünften sei dies aber zunehmend schwierig.

Wegen der aktuellen Konflikte zwischen beispielsweise Sunniten und Schiiten sei dies wichtig. „Garantieren können wir den Kommunen und Eigentümern aber nicht, welche Ethnien wir zuteilen“, führt Michael Schneider aus.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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